Klimawandel in der Sozialwirtschaft – Transformation sozial gestalten

Das Transformationslabor Zukunftstrends betrachtet, welche Auswirkungen der Klimawandel auf soziale Organisationen hat. Ein Praxischeck und ein digitaler Fachtag bringen Erfahrungen, Herausforderungen und Handlungsansätze zusammen.

Symbolbild Gruppe Dialog© gerald - pixabay.com
16.09.2026
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Erstellt von Stephanie Meichsner-Eschborn, Referentin SINN Transformationslabor, Referentin Organisationsentwicklung

Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische, sondern zunehmend auch eine soziale Herausforderung. Seine Folgen treffen Menschen unterschiedlich stark. Ältere und pflegebedürftige Menschen, Kinder, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, wohnungslose Menschen und Menschen mit geringem Einkommen verfügen häufig über weniger Möglichkeiten, sich vor klimabedingten Belastungen, wie beispielsweise Hitze, zu schützen.

Zugleich zeigt das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation 2026 der Bertelsmann-Stiftung, dass eine Mehrheit der Menschen in Deutschland weiterhin einen konsequenten Klimaschutz unterstützt. Die Zustimmung hat in den vergangenen Jahren jedoch abgenommen. Eine wichtige Rolle spielen Sorgen vor finanziellen Belastungen und die Frage, ob Veränderungen als gerecht und praktisch umsetzbar wahrgenommen werden. Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit müssen und können gemeinsam gedacht werden.

Klimafolgen erreichen soziale Einrichtungen

Besonders deutlich zeigen sich die Folgen des Klimawandels bei zunehmender Hitze. Nach Angaben des Zentrums KlimaAnpassung ist die durchschnittliche Zahl heißer Tage in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Auch die Zahl der sogenannten tropischen Nächte mit Temperaturen über 20 Grad ist angestiegen. Damit wachsen die gesundheitlichen Belastungen für die Beschäftigten sowie für die Bewohner*innen und Klient*innen.

Für soziale Einrichtungen entstehen daraus konkrete Fragen: Wie können besonders gefährdete Menschen geschützt werden? Bleiben Gebäude und Aufenthaltsräume während längerer Hitzeperioden nutzbar? Wie müssen tägliche Abläufe angepasst werden? Wie können soziale Dienste bei Starkregen, Hochwasser oder anderen Extremwetterereignissen handlungsfähig bleiben?

Klimawandel als organisationale Transformationsaufgabe

Neben der Anpassung an die Folgen des Klimawandels geht es auch um den eigenen Beitrag zum Klimaschutz. Energetische Maßnahmen, nachhaltige Beschaffung, klimafreundlichere Mobilität, ressourcenschonende Abläufe oder eine veränderte Verpflegung bieten mögliche Ansatzpunkte. Oft erschweren jedoch begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen, gemietete Gebäude oder Abhängigkeiten von Förder- und Kostenträgern die Umsetzung.

Der Umgang mit dem Klimawandel berührt damit den sozialen Auftrag ebenso wie Gebäude, Arbeitsabläufe, Angebote, Finanzierung und strategische Entscheidungen. Im Mittelpunkt stehen drei miteinander verbundene Aufgabenbereiche:

  • die sozialen Folgen des Klimawandels und Fragen der Klimagerechtigkeit,
  • der Schutz von Menschen, Angeboten und Einrichtungen durch Klimaanpassung und Krisenvorsorge,
  • die ökologische Weiterentwicklung von Gebäuden, Mobilität, Beschaffung, Verpflegung und Organisationsprozessen.

Praxischeck macht Bedarfe und Handlungsoptionen sichtbar

Wie soziale Organisationen in Sachsen die Folgen des Klimawandels wahrnehmen, welche Maßnahmen sie bereits umsetzen und wobei sie Unterstützung benötigen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Deshalb führt der Paritätische Sachsen im SINN Transformationslabor Zukunftstrends einen kurzen Praxischeck durch.

Der Praxischeck fragt danach, wo Auswirkungen des Klimawandels bereits sichtbar werden, welche Menschen und Arbeitsbereiche besonders betroffen sind, welche Maßnahmen Organisationen verfolgen und was es ihnen erschwert, Klimaschutz und Klimaanpassung stärker zu berücksichtigen.

Die Befragung dauert etwa zehn Minuten. Die Ergebnisse werden zusammengefasst ausgewertet und fließen in die Vorbereitung des digitalen SINN-Fachtags im November ein. Zugleich bilden sie einen wichtigen Bestandteil des anschließend erscheinenden Trend-Dossiers zum Klimawandel und zur ökologischen Transformation, der über SINN Sachsen als Informationsmöglichkeit und Hilfestellung kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Beteiligen Sie sich am Praxischeck und bringen Sie die Erfahrungen Ihrer Organisation ein. Jetzt noch bis zum 23. September mitmachen: Praxischeck: Klimawandel und soziale Organisationen – Formular ausfüllen

Impulse und Praxiswissen beim digitalen Fachtag

Der digitale SINN-Fachtag am 6. November 2026 greift die Ergebnisse des Praxischecks auf und verbindet sie mit fachlichen Perspektiven, Praxisbeispielen und konkreten Handlungsansätzen. Im Mittelpunkt stehen die sozialen Folgen des Klimawandels, Klimaanpassung und Krisenfestigkeit sowie die ökologische Entwicklung sozialer Organisationen.

Der Fachtag richtet sich an Fach- und Leitungskräfte sozialer Organisationen, Träger, Verbände, Sozialunternehmen, Studierende und weitere Interessierte. Er bietet Raum für fachlichen Austausch und unterschiedliche Perspektiven auf die mit dem Klimawandel verbundenen Transformationsaufgaben.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie auf www.sinn-sachsen.de