Kundgebung: Bündnis „Kitas retten!“ fordert verlässliche Perspektive für Kitas

Rund 300 Menschen haben am Mittwochnachmittag in Dresden ein deutliches Signal an die Landespolitik gesendet: Kita-Standorte müssen erhalten und pädagogische Qualität muss weiter gestärkt werden. Das Bündnis „Kitas retten!“ fordert dafür verlässliche gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen.

Kundegebung "Kitas retten!", Juni 2026, Dresden© Paritätischer Sachsen
25.06.2026
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Erstellt von Nicole Lawrenz, Referentin Bildung (Kindertagesbetreuung | Hort)

Bei sommerlicher Hitze machten sich am Mittwochabend rund 300 Menschen auf den Weg zum Sächsischen Landtag in Dresden. Zu Fuß, per Rad oder mit dem Bus aus Leipzig und Dresden angereist, standen Eltern, Erzieherinnen, Trägervertreterinnen und sogar einige Kinder gemeinsam vor dem Landtag – mit einer Botschaft, die nicht zu überhören war: Standorterhalt und Qualitätsentwicklung in der Kita sind auch bei sinkenden Kinderzahlen dringend geboten. 

In Sachsen sind täglich rund 650.000 Menschen – Kinder und ihre Eltern - auf eine verlässliche, wohnortnahe Kindertagesbetreuung angewiesen. Sie erwarten eine hohe pädagogische Qualität – und sie haben ein Recht darauf.

Aufgerufen zur Kundgebung hatte das Bündnis „Kitas retten!", dem sich bereits viele Organisationen und Träger angeschlossen haben. Federführend organisiert wurde die Veranstaltung von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemeinsam mit dem Paritätischen Sachsen.

Eindrückliche Stimmen von der Bühne

Fünf Redner*innen machten deutlich, warum der aktuelle Regierungsplan – das Geld über eine Erhöhung des Landeszuschusses schlicht an die Kommunen „durchzureichen" – so nicht funktionieren kann.

Anja Pittner, Kitaleiterin beim Verein Kleine Hände e.V. aus Böhlen, schilderte die Perspektive einer Elterninitiative und betonte, welches zivilgesellschaftliche Engagement bei Kita-Schließungen unwiederbringlich verloren ginge. Sven Krell, Vorstand der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen e.V., blickte als Vertreter eines mittelgroßen Trägers mit Sorge auf die sinkenden Kinderzahlen – die bei seinem Träger bereits Entlassungen nach sich ziehen, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen, setzte in seiner Rede zwei Botschaften: Sachsen muss die Chance zur Qualitätsverbesserung nutzen, die sich aus den sinkenden Kinderzahlen ergibt. Und der Freistaat steht in der Verantwortung, Kitas als soziale Orte und Standortvorteil im Quartier zu erhalten.

Politik kam auf die Straße

Trotz laufender Plenarsitzung ließen es sich die bildungspolitischen Sprecher*innen der demokratischen Landtagsfraktionen nicht nehmen, persönlich zu den Demonstrant*innen zu sprechen. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) nutzte ebenfalls die Gelegenheit.

Während der Kultusminister und Iris Firmenich (CDU) das vorgelegte Regierungskonzept verteidigten und den Handlungsauftrag in Richtung Kommunen weitergaben, waren bei Gerald Eisenblätter (SPD) durchaus kritische Nuancen herauszuhören. Die drei anwesenden Oppositionsparteien spiegelten in unterschiedlicher Form die Forderungen des Bündnisses wider. Christin Melcher (Bündnis 90/Die Grünen), Luise Neuhaus-Wartenberg (Die Linke) und Doreen Voigt (BSW) machten ihre Unterstützung deutlich.

Weiter dranbleiben

Von der Kundgebung ging an den Verband sowie an das Bündnis „Kitas retten!" eine sehr deutliche Botschaft aus: weiter dranzubleiben. Diesen Auftrag kommt der Paritätische nach. Weitere Gespräche mit Politiker*innen sind bereits geplant. 

Sachsen hat mit seinen 3.050 Kitas ein bundesweit einzigartiges Netz mit großer Trägervielfalt. Dieses Netz zu erhalten und gleichzeitig die Qualität zu verbessern – das ist möglich. Aber nur, wenn das Sächsische Kitagesetz so angepasst wird, dass Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird: in den Kitas.

Demo "Kitas retten!", Juni 2026, Dresden© Paritätischer Sachsen

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Nicole LawrenzReferentin Bildung (Kindertagesbetreuung | Hort)

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