Gemeinsame Pressemitteilung der GEW Sachsen und des Paritätischen Sachsen
Eltern, Erzieherinnen und Trägervertreterinnen haben sich heute ab 17 Uhr am Sächsischen Landtag in Dresden zu einer Kundgebung versammelt.
Burkhard Naumann, Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen, sagt: „Die aktuell sinkenden Kinderzahlen führen zu Zwangsteilzeit, Kündigung und zur Schließung von Einrichtungen. Junge Menschen, die in Zeiten des Fachkräftemangels eine lange und unbezahlte Erzieherausbildung begonnen haben, finden nun keinen Job und wandern in den Westen aus. Dabei ist Sachsen im Ländervergleich noch immer vorletzter Platz beim Betreuungsschlüssel an Kitas. Der letzte Platz Mecklenburg-Vorpommern holt mit einem gerade beschlossenen Kita-Pakt auf. Derweil sinkt in Sachsen weiter die Qualität in der frühkindlichen Bildung. Neben dem schlechten Betreuungsschlüssel müssen organisatorische Aufgaben auf immer weniger Schultern verteilt müssen. Wie unter diesen schlechten Rahmenbedingungen mehr Diagnostik und ein neuer Erziehungs- und Bildungsplan umgesetzt werden soll, ist ein vollkommenes Rätsel. Die angekündigte Erhöhung der Kita-Pauschale hilft jedenfalls nicht, wenn sie allein in die Taschen der Kommunen fließen.“
Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen, betont: „Die Kinderzahlen sinken. Sachsen hat endlich ausreichend Erzieherinnen und Erzieher. Die Qualität könnte sich weiter verbessern und Sachsen ein Signal senden, dass Kinder in unserer Gesellschaft willkommen sind. Finanzminister Christian Piwarz hat jährlich 90 Millionen Euro für Kita-Betriebskosten angekündigt. Das klingt gut, wird den Kitas aber nicht helfen, wenn das Geld wie geplant direkt an die Kommunen fließt und diese im Gegenzug genau dieselbe Summe an eigenen Mitteln einsparen können. Das wäre ein Null-Summen-Spiel für die Kitas – mit drastischen Folgen: Personal wird weiter gekürzt, Fachkräfte gehen verloren, Standorte müssen schließen. Das Sächsische Kitagesetz muss deshalb so angepasst werden, dass zusätzliches Geld in den Kitas Wirkung entfaltet. Das stärkt Familien, aber auch die sächsische Wirtschaft, die dringend auf eine funktionierende Kita-Infrastruktur angewiesen ist."
Mit der Kundgebung fordert das Bündnis „Kitas retten!" von der Landespolitik, dass die eingesparten Mittel im Landeshaushalt aufgrund sinkender Kinderzahlen im vollen Umfang im System der Kindertagesbetreuung verbleiben und konkret der Betreuungsqualität zugutekommen. Zudem braucht es eine verbindliche Strategie der Staatsregierung, um wohnortnahe Kita-Standorte zu erhalten und Planungssicherheit für Träger und Beschäftigte zu schaffen.
Weitere Informationen zur Kundgebung finden Sie hier.
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Thomas NeumannReferent Verbandskommunikation | Pressesprecher
