DAK-Pflegereport: Baby-Boomer-Effekte verschärfen die Personalnot deutlich

Das Ausscheiden der Baby-Boomer-Generation verschärft die Situation der beruflichen Pflege in Deutschland massiv. Neben erheblichen Finanzierungslücken in der Pflegeversicherung bedroht die steigende Personalnot zunehmend die Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Dies geht aus dem im April 2024 veröffentlichen „DAK-Pflegereport“ hervor.

03.05.2024

 Das Ausscheiden der Baby-Boomer-Generation verschärft die Situation der beruflichen Pflege in Deutschland massiv. Neben erheblichen Finanzierungslücken in der Pflegeversicherung bedroht die steigende Personalnot zunehmend die Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Dies geht aus dem im April 2024 veröffentlichen „DAK-Pflegereport“ hervor. GKV-Routinedaten der DAK-Gesundheit wurden hierzu u.a. mit Blick auf die gesundheitliche Belastungssituation von beruflich Pflegenden wissenschaftlich analysiert.

Dabei gab es lt. Pflegereport drei zentrale Erkenntnisse:

1. Professionell Pflegende sind gesundheitlich besonders stark belastet.

2. In den Bundesländern stehen Kipppunkte bevor: Aus der Gegenüberstellung von altersbedingten Berufsaustritten einerseits und der abnehmenden Zahl an Nachwuchskräften andererseits ergibt sich eine dramatische Prognose: Noch in den 2020er-Jahren wird es nicht mehr ausreichend nachrückende Absolventinnen und Absolventen von Pflegeschulen geben, um die Lücke der ausscheidenden Baby-Boomer zu schließen.

3. Die Baby-Boomer-Generation kann auch ein Teil der Lösung sein. Der Pflegereport belegt: Ihre Sorgebereitschaft ist mit 50 Prozent stark ausgeprägt – jede und jeder Zweite kann sich vorstellen, Sorgeaufgaben zu übernehmen. Die Stärkung der ambulanten Pflege und insbesondere der sorgenden Gemeinschaft sollte deshalb im Fokus stehen. Dafür ist es wichtig, Anreize zu schaffen und mehr Wertschätzung zu vermitteln.

Dies wird eine der zentralen Aufgaben der Politik sein. Der Pflegenotstand verschärft sich nicht allein aufgrund des wachsenden Personalmangels. Auch die Finanzierung gerät zusehends in Schieflage und die Soziale Pflegeversicherung droht, ihre Funktionsfähigkeit zu verlieren: schon im vierten Quartal 2024 wird sie an die Grenze zur Zahlungsunfähigkeit stoßen, wie Berechnungen der DAK-Gesundheit in diesem Report nahelegen. Regionale Engpässe in der ambulanten Versorgung, steigende Kosten im Bereich der stationären Pflege und der zunehmende Fachkräftemangel verlangen generationengerechte Lösungen, um die Pflege zukunftsstark zu machen, so der Bericht.

DAK-Vorstandschef Andreas Storm zu den Reportergebnissen: „Wir stehen vor einem Kipppunkt: Die soziale Pflegeversicherung droht in wenigen Jahren ihre Funktionsfähigkeit zu verlieren“. Wir brauchen eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung, um die Pflege mit neuen Versorgungskonzepten zukunftsfähig zu machen.“ Steigende Kosten, immer mehr Pflegebedürftige und beständig abnehmende Personalressourcen strapazierten das System. Verschärft wird die Personalproblematik durch Effekte der Baby-Boomer-Generation: Mit den nahenden Renteneintritten werde die Zahl der Pflege-Fachkräfte signifikant sinken.

Informationen zum DAK-Gesundheitsreport hier: https://www.dak.de/presse/bundesthemen/politik-unternehmensnachrichten/dak-pflegereport-baby-boomer-effekte-verschaerfen-die-personalnot-deutlich_64752