Am 05.05.2026 traf sich die Fachgruppe Selbsthilfe online zu einem Jour Fixe.
Schwerpunkt des Austausches war die Vergabe der Pauschalförderung 2026 und die damit verbundene Kappung der Fördermittel.
Die GKV hat die Selbsthilfevertreter*innen in der letzten GKV-Vergabesitzung am 12.03.2026 gebeten, Indikatoren zur selbsthilfebezogenen Arbeit der Landesverbände (LV) und Selbsthilfeorganisationen (SHO) sowie der Selbsthilfekontaktstellen (SHK) vorzuschlagen, um Bedarfe zu ermitteln bzw. entsprechende Forderungen daraus abzuleiten. Ziel soll eine fairere Vergabe der Mittel sein.
Folgende Fragen stellen sich:
- Mit welchen Kriterien lassen sich die Strukturen der Landesverbände und Kontaktstellen erfassen und ggf. im Förderverfahren abbilden?
- Welche Parameter sind aus Perspektive der Landesverbände und Organisationen für eine Einschätzung sinnvoll?
- Wie sollte die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe der Verbände ausgestaltet werden?
In der Diskussion wurden die aktuelle Situation der LV, SHO und SHK thematisiert:
- Insbesondere wurden die zum Teil existenziellen Folgen, welche Kürzungen für die LV, SHO, und SHK haben und vor welchen Herausforderungen sie dadurch aktuell stehen, diskutiert. Es gibt teilweise erhebliche Schwierigkeiten, die Selbsthilfe-Strukturen und ihre Angebote mit den immer begrenzter werdenden finanziellen Mitteln aufrecht zu erhalten.
- Darüber hinaus war die große Heterogenität der LV, SHO und SHK ein zentrales Thema des Austausches. Es wurde deutlich, dass die Arbeit, Struktur und die Angebote der einzelnen LV, SHO und SHK aus den verschiedenen Bedarfen der Zielgruppe und den jeweiligen Anforderungen resultieren. Dabei wurden die Heterogenität als Stärke und elementar für die Selbsthilfe gesehen.
- Aufgrund eigener Betroffenheit sehen es die Verbände und Kontaktstellen als problematisch an, Kriterien aufzustellen, die schlussendlich verbandlichen Interessen entgegenstehen können und zudem den Druck auf die Verbände erhöhen, geförderten und damit geforderten Kriterien möglichst zu entsprechen. Hierin wird eine Gefahr gesehen, dem eigentlichen, gemeinsamen Anliegen einer Stärkung der Selbsthilfe als 4. Säule des Gesundheitswesens, zu schaden.
- Dennoch es besteht die Bereitschaft und der Wunsch nach einem gemeinsamen Diskurs zur Weiterentwicklung einer fairen Vergabe der Pauschalförderung.
- Eine grundlegende Frage dafür ist, welche Ressourcen sind für die Selbsthilfearbeit essenziell und welche braucht es zudem für die Stärkung und Weiterentwicklung der Selbsthilfe.
- Eine Zusammenfassung des Austausches, verschiedene Parameter, die die Arbeit und Angebote der LV, SHO und SHK prägen wurden im Nachgang des Jour Fixes an die Mitglieder der Fachgruppe verschickt (siehe Anhang). Sie bilden die Grundlage für den weiteren Austausch mit den Selbsthilfevertreter*innen und der GKV.
Was brauchen Verbände und KISS:
- LV, SHO, SHK organisieren Selbsthilfearbeit, dafür braucht es eine Basis, die teilweise nicht mehr gewährleistet ist – Wie bleiben Verbände und KISS arbeitsfähig, ab welcher Grenze ist Selbsthilfearbeit gefährdet?
- Die Strukturen machen es schwer -> politisch SH als Gesundheitsförderung zu stärken
- Ggf. Unterstützung beim erschließen verschiedener Fördermöglichkeiten
Fazit:
In einem konstruktiven Austausch wurden viele Facetten beleuchtet, die insbesondere die Heterogenität und Vielfalt der Selbsthilfelandschaft in den Vordergrund stellten.
Im Ergebnis lehnten die Teilnehmer*innen am Jour Fixe die Erarbeitung von Kriterien für die GKV wie auch den Vorschlag eines Sockelbetrages ab.
Offen bleibt die Frage, was brauchen Selbsthilfeverbände und Kontaktstellen, welche Ressourcen sind essenziell für die Selbsthilfearbeit, wie kann Selbsthilfe (trotz sinkender Förderung) stabil und handlungsfähig bleiben?
Und nicht zuletzt, wie kann sie sich (dennoch) weiterentwickeln?
Diese Fragen können nur in einem gemeinsamen Prozess mit GKV, SH-Verbänden und Kontaktstellen beantwortet werden und bieten dann möglicherweise einen Ansatz für die Vergabe von Mitteln.