Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Planung einer gemeinsamen Kampagne zur öffentlichen Sichtbarkeit der Eingliederungshilfe (EGH) in Sachsen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass EGH im kommunalpolitischen Diskurs trotz ihrer strukturellen Bedeutung kaum wahrgenommen wird – und häufig allein als Kostenfaktor erscheint.
Datum: 09. März 2026, 10:00 – 14:00 Uhr
Ort: Landesgeschäftsstelle, Paritätischer Wohlfahrtsverband Sachsen
Teilnehmende: Vertreter*innen von 16 Paritätischen Mitgliedsorganisationen; Thomas Neumann, Verbandskommunikation, Anne Cellar Referentin für Teilhabe, Sucht und Sozialpsychiatrie
Anlass und Ausgangslage
Die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe auf Bundesebene – insbesondere im Kontext des BTHG und des SGB IX – macht es zunehmend notwendig, die EGH in der öffentlichen und kommunalpolitischen Wahrnehmung stärker zu positionieren. Trotz ihrer zentralen Bedeutung für die soziale Infrastruktur in Sachsen ist die Eingliederungshilfe im kommunalpolitischen Bewusstsein häufig unterrepräsentiert – reduziert auf den Blickwinkel der Kosten, selten als das wahrgenommen, was sie tatsächlich ist: ein wirtschaftlicher, sozialer und struktureller Faktor für Kommunen und Landkreise.
Die Paritätischen Mitgliedsorganisationen haben sich daher entschieden, gemeinsam eine Kampagne zu entwickeln und umzusetzen, die diesem Bild entgegenwirkt.
Kampagnenkonzept: Begegnungstage Eingliederungshilfe 2026
Die Teilnehmenden entwickeln das grundhafte Konzept. Mittelpunkt sollen die Begegnungstage Eingliederungshilfe vom 28. September bis 9. Oktober 2026 stattfinden.
Die Kampagne richtet sich vorrangig an zwei Zielgruppen:
Kommunale Entscheider*innen in Sachsen sollen nach der Kampagne verstehen:
Die Ansprache erfolgt persönlich und gezielt. Massenmediale Streuung ist ausdrücklich nicht das Ziel; stattdessen setzt die Kampagne auf direkte Begegnung als wirksamsten Kommunikationskanal.
Drei kommunikative Blickwinkel strukturieren die inhaltliche Botschaft:
Blickwinkel 1: Wirtschaftlichkeit
EGH-Einrichtungen wirtschaften. Das Geld bleibt in der Region:
Was fehlt ohne EGH?
„Wer EGH kürzt, spart nicht. Er verliert." „Sie zahlen für EGH. EGH zahlt zurück. Haben Sie nachgerechnet?"
Blickwinkel 2: Standort
Stille ist nicht Ruhe. Stille ist Einsamkeit. Ausgrenzung. Polarisierung. Stille entsteht, wenn Menschen sich nicht mehr begegnen. Wenn Orte veröden. Wenn Vielfalt verschwindet.
EGH ist das Gegenteil von Stille:
„Ein Ort verliert seine Stille zuletzt. EGH verliert er zuerst." „Wir mieten Leerstand. Wir machen daraus Nachbarschaft." „Zivilgesellschaft ist kein Selbstläufer. Wir halten sie am Laufen."
Blickwinkel 3: Arbeitgeber
EGH-Einrichtungen sind oft einer der größten Arbeitgeber im Landkreis – ohne dass es jemand weiß:
„Einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Kennen Sie uns?" „Wir bilden aus. Für die Region. Nicht für den Wegzug."
Die Kommunikation erfolgt über zwei Ebenen: Zahlen, Daten und Fakten (aufbereitet als Faktenblatt A4) sowie lokale Geschichten aus fünf Leistungsbereichen – Arbeit & Tagesstruktur, Wohnen & Assistenz, Kinder, Jugend & Familie, Psychosoziale Hilfen sowie Sozialraum & Begegnung. Dazu wird ein Fragebogen erstellt und vom Referat ausgewertet.
Beschlossener Fahrplan
Die Gruppe verständigte sich auf folgenden Projektfahrplan:
Tabelle
| Zeitraum | Meilenstein |
| März – April 2026 | Fragebogen anpassen · verteilen |
| Mai – Juni 2026 | Rücklauf auswerten · Faktenblätter entwickeln · zum nächsten Treffen Ergebnisse teilen |
| Juli – August 2026 | Materialien finalisieren · Einladungen versenden · Termine koordinieren |
| September 2026 | Letzte Abstimmung · Fachbereichskonferenz |
| 28.09. – 09.10.2026 | Begegnungstage Eingliederungshilfe |
| Oktober – November 2026 | Auswertung · Dokumentation · Nachbereitung |
Nächstes Treffen
Montag, 15.06.2026 digital 11-13 Uhr – Einladung folgt
Kontakt im Paritätischen Sachsen:
Anne Cellar
Referentin Teilhabe
Tel: 0351 - 828 71 150
E-Mail: anne.cellar (at) parisax.de