In diesem Monat tagten der Jugendhilfeausschuss und der Sozialausschuss des Landkreises Meißen. Im Jugendhilfeausschuss wurden die Fortführung der Schulsozialarbeit 2026 besprochen. Im Sozialausschuss standen die Verteilung der Allgemeinen Sozialberatung sowie der Gesundheitsbericht „Gesund aufwachsen“ mit Hinweisen auf Förderbedarf bei Sprache, Verhalten und Motorik von Vorschulkindern im Fokus.
Nachfolgend werden die wesentlichen Informationen aus den Sitzungen des Jugendhilfeausschusses und des Sozialausschusses im Landkreis der vergangenen Wochen zusammengestellt. Daniel Fuchs, Regionalleiter im Landkreis Meißen, brachte sich jeweils in die Beratungen der Gremien ein.
Fortschreibung des regionalen Gesamtkonzeptes zur Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit
Auf Anregung der freien Träger wurde das regionale Gesamtkonzept um den Grundsatz ergänzt, dass eine Fortschreibung im zweijährigen Turnus erfolgt. Die nächste Überarbeitung ist für das Halbjahr 2026 vorgesehen und soll zum 01.01.2027 wirksam werden. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.
Bericht aus Jugendhilfeausschuss - Schulsozialarbeit 2026
Für das Jahr 2026 wurde im Jugendhilfeausschuss die Fortführung der Schulsozialarbeit in Variante 2 beschlossen. Dadurch werden zwei weitere Schulstandorte in das bestehende Angebot aufgenommen, sodass insgesamt 35 Schulen mit Schulsozialarbeit ausgestattet sind. Die Finanzierung ist zunächst bis zum 30.09.2026 befristet. Ab dem 01.01.2026 wird die Sachkostenpauschale pro Vollzeitäquivalent auf maximal 2.000 Euro begrenzt, was ein erhöhtes Trägerrisiko mit sich bringt. Zur Abfederung dieses Risikos wurde eine einmalige, bis zum 31.12.2025 befristete Erhöhung der Sachkosten um 1.200 Euro pro Vollzeitäquivalent beschlossen. Die Sachkostenpauschale im Jahr 2025 beträgt damit insgesamt 6.200 Euro pro Vollzeitäquivalent.
Bericht aus dem Sozialausschuss des Landkreises Meißen
Der Sozialausschuss des Landkreises Meißen tagte am 20. November 2025 und befasste sich unter anderem mit der finanziellen Förderung sozialer Angebote gemäß der Richtlinie zur Förderung der freien Wohlfahrtspflege. Im Ergebnis wurde beschlossen, die Allgemeine Sozialberatung ab dem Jahr 2026 unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel themen- und planungsraumbezogen ausgewogen im gesamten Landkreis zu verteilen. Ziel ist es, eine möglichst bedarfsgerechte und regionale Abdeckung sicherzustellen.
Daniel Fuchs, Regionalleiter und derzeitiger Liga-Vorsitzender im Landkreis Meißen, ordnete den Beschluss wie folgt ein: „Positiv ist, dass eine Bestandssicherung erfolgt und keine Schlechterstellung der freien Träger vorgesehen ist. Ebenso ist hervorzuheben, dass die Abstimmung mit den freien Trägern im Vorfeld stattgefunden hat. Allerdings fehlt eine Dynamisierung, sodass steigende Bedarfe – etwa in der Schuldnerberatung oder in der allgemeinen sozialen Beratung, nicht angemessen berücksichtigt werden.“
Gesundheitsbericht "Gesund aufwachsen“ – Fokus: Vorschulkinder
Ebenfalls im Sozialausschuss wurde der Gesundheitsbericht „Gesund aufwachsen“ mit dem Schwerpunkt auf Vorschulkinder vorgestellt. Im Einschulungsjahr 2023/2024 wurden insgesamt 2.222 Kinder untersucht, darunter 307 ohne Befund. Erfasst wurden sowohl Basisdaten wie Impfstatus, Betreuungsform und Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen als auch verschiedene Entwicklungsbereiche, einschließlich Kognition, Sprache, Wahrnehmung, Motorik, körperlicher Gesundheit und psychischer Aspekte. Positiv hervorzuheben ist die weiterhin sehr hohe Betreuungsquote in Kindertagesstätten, die mit 97,1 Prozent ein stabiles und umfassendes Angebot widerspiegelt.
Die Ergebnisse verdeutlichen jedoch einen weiterhin erheblichen Förderbedarf. Mit 40,7 Prozent treten sprachbezogene Auffälligkeiten am häufigsten auf. Zudem zeigen sich im emotional-psychosozialen Verhalten mit 19,4 Prozent – rund acht Prozent über dem Landesdurchschnitt – sowie in der Körperkoordination überdurchschnittliche Auffälligkeiten im Vergleich zum Freistaat Sachsen.
Daniel Fuchs fasste die Befunde einordnend zusammen: „Besorgniserregend ist die langfristig defizitäre Entwicklung der untersuchten Kinder im 5-Jahres-Zeitraum von 2020 bis 2024. Die bedarfsgerechtere Ausstattung in Kindertagesstätten, eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Frühförderung und der Ausbau der Beratungsstrukturen für Einrichtungen in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sind zielführende Ansätze zur mittelfristigen Verbesserung der Untersuchungsergebnisse.“