Aufsuchende digitale Beratung – das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sucht Beratungsstellen für Dreijahresprojekt.
Die Digitalisierung von Prozessen kann ein entscheidender Faktor für das Wachstum und die Entwicklung in vielen Bereichen der Gesellschaft und der Wirtschaft sein. Migrations- und Integrationsarbeit profitieren bislang noch in geringerem Maße von den Möglichkeiten und dem Einsatz digitaler Tools. Das Referat 62 („Integration“) im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hat aus diesem Grund beschlossen, sich bundesweiten Projekten anzuschließen, die digitale Impulse für die Integrationsarbeit versprechen.
Ein Projekt in diesem Bereich ist „Nedim – Netzwerk digitale Migrationsberatung; Digital Streetwork und KI-Kompetenz in den Migrationsberatungsangeboten der Bundesländer“. Dieses Projekt ist gerade bewilligt worden und bis Ende 2027 seine Maßnahmen erproben und umsetzen. Der Projektträger Minor - Projektkontor für Bildung und Forschung aus Berlin hat bereits in mehreren Projekten Erfahrungen in Bereich des Digitalen Streetwork gesammelt. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse möchte das SMS nach Sachsen transferieren und neue Maßnahmen entwickeln. Aus diesem Grund übernimmt der Freistaat Sachsen, neben weiteren 14 Bundesländern auch die Kofinanzierung dieses AMIF-Projektes.
Es wird davon ausgegangen, dass die Methode des Digitalen Streetwork in der Migrationsberatung eine sinnvolle Ergänzung zu den regulären Angeboten der Flüchtling- und Migrationsberatung sein kann. Durch den niedrigschwelligen Zugang können Hemmungen abgebaut und die Flexibilität der Beratung erhöht werden. Durch die Möglichkeit der mehrsprachigen Beratung (voraussichtlich neun Sprachen) können die vorherrschenden Sprachbarrieren abgebaut und die Kommunikation erleichtert werden. Das Angebot der digitalen Migrationsberatung kann jedoch nur eine Unterstützung und kein Ersatz für die bereits etablierten und gut funktionierenden persönlichen Beratungsstrukturen sein. Die Nutzung sicherer Online-Kommunikations- und Beratungs-Tools soll die Vor-Ort-Beratungsarbeit ergänzen.
Im Rahmen des Projektes Nedim wird aufsuchend in den migrantischen Online-Communities von in Deutschland lebenden Drittstaatsangehörigen zu Themen der Integration beraten und verwiesen. Neben der Erstberatung wird besonderer Wert auf eine gute und passgenaue Verweisberatung an lokale und regionale Angebote gelegt, die durch Netzwerkarbeit mit Beratungsstellen, Migrant*innenorganisationen und anderen relevanten Institutionen erreicht wird. Durch das Zusammenwirken der beteiligten Bundesländer, Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung und Minor – Digital sollen Strukturen, Kompetenzen und Methoden der Migrationsberatung den digitalen Informations- und Beratungsbedarfen der Zielgruppen angepasst werden. Durch Schulungen, Handreichungen, Arbeitsgruppen und Fachveranstaltungen für und mit diesem Netzwerk werden digitale Handlungskompetenzen für die Integrationsarbeit weiterentwickelt und bei Interesse zur eigenständigen Anwendung bei den Beratungsanbietenden vor Ort eingeführt.
Eingeladen werden die sächsischen Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen sowie interessierte Migrant*innenorganisationen zu einer Zusammenarbeit im Projekt Nedim.
Eine erste Online-Informationsveranstaltung findet am 30. Januar 2025, um 10:00 bis 12:00 Uhr statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der Träger das Projekt vorstellen und steht Ihnen anschließend für alle Fragen zur Verfügung.
Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung entsteht keine Verpflichtung zur Teilnahme am Projekt. Die Teilnahme am Projekt ist für Sie kostenlos. Bitte beachten Sie auch, dass keine Entschädigung für die Teilnahme am Projekt vorgesehen ist.
Anmeldungen sind an Frau Knippschild (katarzyna.knippschild (at) sms.sachsen.de) bis zum 10. Januar 2025 zu richten. Die Anzahl der Plätze wird vorrausichtlich für jedes Bundesland auf 15 Personen begrenzt. Es könnte sein, dass das Ministerium eine Teilnehmer*innenvorauswahl treffen muss. Über die Auswahlentscheidung werden die angemeldeten Personen informiert.