ELSA- Studienveröffentlichung – Was bewegt die Praxis?

Am 13. August 2025 wurde die lang erwartete ELSA-Studie veröffentlicht. ELSA steht für das Verbundprojekt „Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung“. Der Gesamtverband bietet dazu einen Fachaustausch an. Fragen und Hinweise der Mitglieder sollen dazu eingebracht werden.

27.08.2025

Ziel der Studie

Ziel des Forschungsvorhabens ELSA war es, die Belastungssituationen von Frauen zu untersuchen, die eine ungewollte Schwangerschaft austragen oder abbrechen. Hierzu wurden unter anderem Online-Fragebögen von mehr als 4.500 Frauen ausgewertet. Die Analysen beruhen auf der Auswertung von Stichproben (ca. 600 Frauen mit ungewollten, abgebrochenen Schwangerschaften sowie ca. 570 Frauen mit ungewollten, ausgetragenen Schwangerschaften). Unter Berücksichtigung der jeweiligen Belastungssituation vor der Schwangerschaft wurde die Verfügbarkeit, Inanspruchnahme und Wirksamkeit von professionellen Hilfen im psychosozialen und medizinischen Bereich aus Sicht von betroffenen Frauen und Fachkräften analysiert. Es wurde der aktuelle Stand der psychosozialen und medizinischen Unterstützungs- und Versorgungsangebote erhoben und mit Blick auf die regionale Verteilung analysiert. Zudem wurde die Sichtweise von Fach- und Leitungskräften, Verbänden Ärztinnen und Ärzten erhoben. Das Verbundprojekt besteht aus drei Teilprojekten, die Abschluss- und Kurzberichte sind hier veröffentlicht.

Wesentliche Ergebnisse sind u.a.:

  • Frauen, die ungewollt schwanger werden, befinden sich deutlich häufiger in schwierigen und für eine Familiengründung oder -erweiterung nachteiligen Lebenssituationen als gewollt Schwangere. Die gilt in besonderem Maße für Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft abbrechen.
  • Rückblickend auf den Zeitpunkt der Befragung haben 92,4 % der Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft abgebrochen haben, keinen Zweifel daran, dass ihre Entscheidung richtig war. Frauen, die eine ungewollt eingetreten Schwangerschaft ausgetragen haben, sind zu 96,8 % von der Richtigkeit ihrer Entscheidung überzeugt.
  • Beim Zugang zu medizinischer Versorgung stoßen Frauen auf Barrieren, erleben Zeitdruck und Schwierigkeiten bei der Organisation des Schwangerschaftsabbruchs.
  • Bei der medizinischen Versorgung zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Die ostdeutschen und nördlichen Länder zeigen tendenziell eine bessere Verfügbarkeit von medizinischen Angeboten.
  • Viele Frauen haben keinen Beratungsbedarf und es wird von den Projektnehmern empfohlen, die Beratungspflicht abzuschaffen.

Weiterer Fachaustausch soll mehr Unterstützung für Betroffene anregen:

Am 24. September 2025 findet eine Online-Veranstaltung zur Vorstellung der Ergebnisse der ELSA-Studie durch den Paritätischen Gesamtverband statt. Ziel ist die Diskussion ausgewählter Ergebnisse auf Verbandsebene. Bitte teilen Sie uns Ihre Anliegen, Fragen und Hinweise zur Studie bis 20.9.2025 mit.

Teilnehmer am Fachaustausch ist

Christian Hesse

Regionalleiter Landkreis Leipzig · Landkreis Nordsachsen und Referent Gewaltschutz

Bitte nehmen Sie direkt Kontakt zu ihm auf, um Ihre Anliegen in den Fachaustausch einzubringen!

Christian.Hesse (at) parisax.de Tel.: Telefon: 0341/ 96 17 460 Funk: 0170/85 32 007