Am 14.04.2026 fand die Fachbereichskonferenz Kita des Paritätischen Sachsen mit 68 Vertreter*innen aus Mitgliedsorganisationen in Dresden statt.
Am 14.04.2026 fand die Fachbereichskonferenz Kita des Paritätischen Sachsen mit 68 Vertreter*innen aus Mitgliedsorganisationen in Dresden statt.
I. Sinkende Kinderzahlen eine große Herausforderung, die komplexe Lösungsansätze braucht
Am Vormittag stand der Umgang mit den sinkenden Kinderzahlen in Sachsen im Fokus. Referentin Bildung, Nicole Lawrenz berichtete von den Aktivitäten des Verbands seit der letzten Fachbereichskonferenz, die unter dem Titel „Kita-Kompass Sachsen 2030“ erfolgten.
Ziel ist - auch, wenn ein Rückbau insgesamt nicht zu verhindern ist - die nachhaltige Standortsicherung für eine vielfältige Kitalandschaft in Sachsen.
Der Landesverband hat in Zusammenarbeit mit Volkssolidaritäten, u.a. auch dem Bundesverband der Volkssolidaritäten, dem ASB, Outlaw und einer Elterninitiative die Vernetzung vorangetrieben, indem Partner identifiziert wurden, die von der Institution Kita profitieren, bisher aber nicht zu den üblichen Partnern der Wohlfahrtsverbände gehören. Der Kontakt zu entsprechenden Akteuren, wie z.B. SSG SLKT, IHK, HWK sowie VSWG wurde aufgebaut.
Im Verlauf des Vormittags wurden zudem Ideen und Erfahrungen Paritätischer Träger zum Umgang mit dem Rückgang von Kindern und zum Standorterhalt zusammengetragen.
Die Ideen reichen von Konzeptionsanpassungen, Umbau- oder Umnutzungsmaßnahmen und Personalentscheidungen über Verstärkung der ÖA und Intensivierung der Netzwerkarbeit bis hin zum Standortwechsel. (Siehe auch Dokumentation Beispiele für Maßnahmen zum Umgang mit dem Rückgang von Kindern)
Es wurde zudem eine Sammlung mit konkreten Ideen zu Angebotskombinationen/ Umnutzung von Räumen festgehalten. Die Tendenz zeigt eine Bündelung von Kita, Offenen Eltern-Kind-Angebote + (Familien)Beratung sowie eine Öffnung in den Sozialraum, z.B. durch Angebotserweiterung oder Vermietung an Externe.
(Siehe auch Dokumentation Ideen zu Angebotskombinationen/ Umnutzung von Räumen
Nach einem weiteren Impuls zum Thema Subsidiarität, fand später in Arbeitsgruppen ein Austausch zur Zusammenarbeit von Kommunen und freien Trägern zum Rück- und Umbau der Kitainfrastruktur statt.
Zusammenfassend wird das Zusammenwirken zwischen freiem Träger und Kommunen insbesondere dann als gut wahrgenommen, wenn eine Kommunikation auf Augenhöhe im gemeinsamen Dialog – idealerweise mit festen Ansprechpartner*innen bei den Kommunen -stattfindet, ein strukturiertes Vorgehen erfolgt und Entscheidungen transparent getroffen werden.
(Siehe auch Dokumentation Zusammenarbeit von Kommunen und freien Trägern)
Die Rückmeldungen der Träger bestätigt den vom Verband gesetzten Fokus auf die politische Lobbyarbeit, um die freie Kitalandschaft langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
(Siehe auch Dokumentation Wie kann der Paritätische die freie Kitalandschaft stärken?)
II. Psychische Gesundheit von Mitarbeitenden - Ein Thema auch in Kitas
Der Impulsvortrag der BGW zum Thema „Umgang mit psychischen Belastungen“ gab sehr praktische Hinweise, wie Betriebe die Thematik systematisch angehen können und welchen Mehrwert es hat. Die BGW stellte Unterstützungsangebote vor, die niedrigschwellig in Anspruch genommen werden können.
III. Gestaltung eines gemeinsamen Ganztags mit Grundschule und Hort – ein langer Weg mit neuen Ansätzen
Am Nachmittag lag der Schwerpunkt auf dem Zusammenwirken zwischen Schule und Hort. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 hat die Frage an Bedeutung gewonnen, wie Ganztag gemeinsam von Hort und Schule gestaltet werden kann. Bisher ist es noch nicht der Regelfall, dass eine systematische und gleichberechtigte Zusammenarbeit überall stattfindet.
Einen Vorstoß hat die Landeshauptstadt Dresden gemacht. Zu Gast war Sabine Grohmann, Abteilungsleiterin, Amt für Kindertagesbetreuung der Landeshauptstadt Dresden, die einen Einblick gab, wie der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Hort und Schule gelingen kann. Es wurde deutlich, dass es einen langen Atem braucht, um vor Ort ein Konzept zu entwickeln, das von allen getragen wird, am Ende aber die Grundlage für funktionierende Strukturen bildet. Es schloss sich ein Dialog mit Einblicken in die Praxis einer Mitgliedsorganisation an.
Eine zentrale Botschaft aus der Diskussion war, dass das Dresdner Konzept übertragbar ist und es sich auch an anderen Stellen lohnt, die Entwicklung voranzutreiben, indem man z.B. die unterschiedlichen LASuB-Standorte für mögliche -und an anderer Stelle wirkungsvolle- Herangehensweisen sensibilisiert.
Der Paritätische Sachsen wird sich weiter für die Gestaltung des professionellen Zusammenwirkens von Schulen und Horten über ein Landesrahmenvertrag auf Landesebne einsetzen, in dem Ziele, Aufgaben und Verantwortungen zwischen Schulen und Horten benannt sind und Handlungssicherheit vor Ort geschafft wird.
Weiterführende Informationen und interessante Quellen zu verschiedenen Tagesordnungspunkten der Fachbereichskonferenz können Sie der folgenden Übersicht entnehmen:
Impuls: Sinkende Kinderzahlen – Kita-Kompass Sachsen 2030
Nicole Lawrenz, Paritätischer Sachsen
Impuls: Subsidiarität
Nicole Lawrenz, Paritätischer Sachsen
Impuls: BGW „Umgang mit psychischen Belastungen“
Dr. Nicole Stab, BGW
Impuls: Ganztag – Rückschau Paritätischer Aktivitäten
Nicole Lawrenz, Paritätischer Sachsen
Ausblick und Aktuelles aus dem Verband