Expertise Förderung der sprachlichen Entwicklung in der frühen Kindheit veröffentlicht

Die Expertise „Erfassung und Förderung der sprachlichen Entwicklung im Kontext der Kindertagesbetreuung“ entstand durch den Paritätischen Gesamtverband in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Volkssolidarität sowie mehrerer Wissenschaftler*innen. Darunter auch der Leiter des Landeskompetenzzentrums zur Sprachförderung an Kindertagesstätten in Sachsen (LakoS) Prof. Glück. Sie gibt Handlungsempfehlungen.

13.01.2026
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Erstellt von Nicole Lawrenz, Referentin Bildung (Kindertagesbetreuung | Hort)

Die Expertise entstand durch den Paritätischen Gesamtverband gemeinsam mit dem Bundesverband der Volkssolidarität sowie mehreren Wissenschaftler*innen. Sie analysiert zunächst die unterschiedlichen Facetten der Erfassung und Förderung der sprachlichen Entwicklung im Zusammenhang Kita. Dabei werden die Bereiche Erfassung der sprachlichen Entwicklung, Sprachbildung in Kitas und Kooperation und Vernetzung in den Blick genommen.

Die Ergebnisse sind auch ein Plädoyer u.a. für:

  • Sprachförderung im inklusiven Setting,
  • Mehrsprachigkeit als Ressource,
  • wertschätzende Zusammenarbeit mit Familien,
  • mehr Abstimmung und Bündelung unter den beteiligten Professionen,
  • und Vernetzung. 

Handlungsempfehlungen

Besonders interessant für die Praxis und die Verbandsarbeit sind die Handlungsempfehlungen. Diese gliedern sich in die drei nachfolgenden Bereiche.

Einschätzung der sprachlichen Entwicklung 

Die Feststellung der sprachlichen Entwicklung kann am umfassendsten in der systematischen und ganzheitlichen Beobachtung erfasst werden. Deren Ergebnisse müssen dann in pädagogisches Handeln überführt werden, u.a. mit einem Fokus auf interessengeleitete und inklusive Förderung der Kinder. Für eine qualitativ hochwertige Beobachtung in Kitas braucht es zudem ausreichend Ressourcen, so einige Aspekte der von den die Autor*innen in diesem Bereich vorgelegten Empfehlungen.

Stärkung der sprachlichen Entwicklung

Neben der Heraushebung der Bedeutung von alltagintegrierten Ansätzen für die Förderung der sprachlichen Entwicklung bei allen Kindern, empfehlen die Expert*innen hier u.a. die Einrichtung von Funktionsstellen sowie die Stärkung der Fachberatung für eine Professionalisierung der Sprachförderung in Kitas.

Kooperation und Vernetzung

Zentral für die Unterstützung der sprachlichen Entwicklung bei Kindern wird die Zusammenarbeit mit deren Familien in der Expertise betont. Voraussetzung ist hierfür Vertrauen und Freiwilligkeit. Statt Kinder mit möglichen Herausforderungen in der sprachlichen Entwicklung Mehrfachtestungen durch unterschiedliche Professionen zu unterziehen, werden zudem Vernetzung und Informationsbündelung durch die Expert*innen empfohlen. 

Die vollständigen Empfehlungen sind weit umfassender als hier dargestellt und können am Ende der Expertise nachgelesen werden.

Die Expertise sowie die entsprechende Pressemitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes finden Sie hier.

Einordnung in den Sächsischen Kontext

Landesprogramm alltagsintegrierte sprachliche Bildung

Das Programm setzt in erster Linie auf Beratung und Fortbildung der Fachkräfte in Kitas. Der Paritätische sitzt als Vertreter der Liga im Projektbeirat. Aus Sicht der Praxis wird der Nutzen des Projektes z.B. die zusätzlich eingeführten Beratungsstrukturen ambivalent bewertet. Erfahrungen und Hinweise werden durch den Verband z.B. über den Beirat an das Projektteam gespiegelt.

Sächsischer Bildungsplan

Kommunikative Bildung ist eines der zentralen Bildungsbereiche des aktuellen Sächsischen Bildungsplans. Im gerade laufenden Fortschreibungsprozess wird hierauf aufgebaut. In der letzten Fachbereichskonferenz Kita verdeutlichte das Projektteam der EHS Dresden und Hochschule Görlitz Zittau zudem die Bedeutung von Beobachtung, Dokumentation und pädagogischer Ableitung. Mit Blick auf die Sprachförderung also auch das, was die vorgelegte Expertise ebenfalls als wichtige Grundlage für Sprachförderung herausstellt. Hierin wird vermutlich ein Schwerpunkt in der Fortschreibung des Plans liegen. Aus Sicht des Verbandes fehlt es aktuell jedoch an ausreichend personellen Ressourcen für diese wissenschaftlich bestätigte wichtige Aufgabe in Kitas, etwa im Bereich der mittelbaren pädagogischen Tätigkeit. Hierauf werden wir Politik und Verwaltung hinweisen.

Vierjährigen Untersuchung gefordert

Der Sächsische Kultusminister plädierte erst kürzlich wieder für die vierjährigen Untersuchung und dies auch mit besonderem Blick auf die Befunde zur sprachlichen Entwicklung (vgl. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/kultus-kinder-schlecht-entwickelt-schule-100.html, letzter Abruf 13.01.2026). Mit Blick auf die Handlungsempfehlungen aus der vorgelegten Expertise würden die Herausforderungen durch die Einführung einer weiteren Erhebung wohl kaum gelöst. Bündelung, Vernetzung und Zusammenarbeit mit den Familien sowie der verschiedenen Professionen müssten nach den Ergebnissen der Expertise vor allem in den Blick genommen werden.

Kontakt

Nicole Lawrenz
Referentin Bildung 

Telefon: 0351 - 828 71 152
E-Mail: nicole.lawrenz (at) parisax.de