Fokus Kita - Paritätischer im Hintergrundgespräch mit der Presse

Im Nachgang zur letzten Fachbereichskonferenz lud der Paritätische Sachsen Pressevertreter*innen zu einem Hintergrundgespräch, um zur Brisanz der aktuellen Entwicklungen zu sensibilisieren

13.05.2025

Im Nachgang zur letzten Fachbereichskonferenz lud der Paritätische Sachsen Pressevertreter*innen zu einem Hintergrundgespräch, um über die angespannte Lage in der Kita-Landschaft zu informieren. In dem 30-minütigen Onlineaustausch bot der Verband den Pressevertreter*innen, die oft nur wenig Zeit für die Recherche haben, wichtiges Hintergrundwissen für ihre weitere Arbeit.

Ausgangspunkt des kurzen Informationsgesprächs war die bereits seit Jahren vorherrschende Differenz zwischen den Zahlenwerten in der Personalberechnung und Finanzierung gegenüber der Fachkraft-Kind-Relation im pädagogischen Alltag. Auch Unterschiede zwischen Betreuungszeiten, Arbeitszeiten, Öffnungszeiten und dadurch entstehende Herausforderungen im Personalmanagement wurden durch den Verband erläutert. Zu erwarten ist, dass sich die Situation in Kitas weiter verschärft, sofern Politik mit Blick auf sinkende Kinderzahlen nicht nachsteuert. Zwei Praktikerinnen aus Mitgliedsorganisationen verdeutlichten in dem Gespräch mittels konkreter Beispiele die bereits spürbaren Veränderungen und den Druck, der auf der Praxis lastet. Die allgemeinen Ausführungen des Verbands konnten so unterstützt und für erste Presseartikel direkt nach dem Gespräch genutzt werden. 

Die Presse nahm das Angebot dankbar an und berichtete

Fast alle relevanten sächsischen Medien nahmen an dem Gespräch teil. Obwohl der Termin hauptsächlich als Informationsgespräch angelegt und nicht zwingend auf eine Berichterstattung ausgerichtet war, veröffentlichte die Deutsche Presseagentur eine kurze Meldung und griff den warnenden Appellcharakter des Gespräches auf. Die Meldung wurde u.a. auf Zeit Online veröffentlicht.

Hintergrund

In der letzten Fachbereichskonferenz vom 08.04.2025 informierte der Verband die Mitglieder, dass die Erwartungen zum Kita-Moratorium und zur Verbesserung der Qualität in Kitas in den vorliegenden Entwürfen zum Doppelhaushalt 2025/2026 und zur Novellierung des Sächsischen KitaGesetzes nur unzureichend verankert wurden. Geplant ist etwa eine Umstellung zu einem Gesamtschlüssel sowie ab August 2026 eine geringfügige Schlüsselverbesserung im Kindergarten.

Insgesamt sind die Vorstellungen der Sächsischen Landesregierung für die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen nicht zufriedenstellend. Für Außenstehende könne allerdings der Eindruck einer Verbesserung des Personalschlüssels entstehen z.B. Krippe alt 1:5; neu 1:4. In der Realität gibt es jedoch keine Veränderung. Die kleine Schlüsselverbesserung ab August 2026 (ca. 196 Vollzeitstellen für ganz Sachsen) wird sehr wahrscheinlich verpuffen, da bereits jetzt der Stellenabbau durch sinkende Kinderzahlen im Gang ist.

Dies war Anlass die Presse einzuladen, um über die möglichen Folgen der geplanten Politik im System Kita zu sensibilisieren und Fehldeutungen, etwa die vermeintliche Verbesserung des Personalschlüssels, frühzeitig klarzustellen.