Fortschreibung der Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird 2024 durch das Sächsische Kultusministerium (SMK) aktualisiert und fortgeschrieben. Bis Ende August 2024 läuft das öffentliche Beteiligungsverfahren.

26.06.2024

Die Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung - BNE wurde unter Beteiligung zahlreicher Akteure der verschiedenen Bildungsbereiche in den Jahren 2017/2018 entwickelt und 2019 durch die Sächsische Staatsregierung beschlossen. Es wurden Ziele und Maßnahmen für die frühkindliche, schulische und berufliche Bildung sowie für Hochschulen und im Bereich Non-formales und informelles Lernen entwickelt.

Zahlreiche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt und BNE damit stärker in den Bildungsbereichen verankert. So ist BNE z.B. mittlerweile in den Lehrplänen aller Schularten und Fächer sowie für die frühkindliche Bildung im Gesetz über Kindertagesbetreuung (SächsKitaG) implementiert.

Informationen dazu:

https://www.bne.sachsen.de/ziele-der-strategie-3988.html

Die Landesstrategie BNE wird 2024 durch das Sächsische Kultusministerium (SMK) aktualisiert und fortgeschrieben. In Veranstaltungen, Fachforen und mittels einer Bürgerbeteiligung werden die Prozesse der Umsetzung sowie die bisherigen Erfahrungen ausgewertet, Vorschläge und Ideen zur künftigen Gestaltung der Landesstrategie können eingebracht werden.  

Bildungsbereich frühkindliche Bildung:

Die Kindertagesbetreuung ist in ihrer Verantwortung für heranwachsende Generationen ein Ort mit hoher Bedeutung für das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Akteure der frühkindlichen Bildung sind für das Thema sensibilisiert und stehen ihm i.d.R. sehr offen gegenüber.

Im Kapitel 5.1 der Landesstrategie werden der whole institution approach (Gesamtinstitutioneller Ansatz) vorangestellt und Möglichkeiten beschrieben, wie dieser in Bezug auf Einrichtungen der Kindertagesbetreuung künftig umgesetzt werden kann.

Benannt werden die Trägerebene, die Fachberatung, Kindertagesbetreuung, Bildungsangebote für und mit den Kindern, Professionalisierung und Netzwerkarbeit.

Zu folgenden Punkten hat der Paritätische Hinweise in den Entwurf der Landesstrategie eingebracht:

Trägerebene:

Mit Verweis auf die Bedeutung und den Auftrag, Nachhaltigkeitsziele auch auf kommunaler Ebene umzusetzen, gilt es, über die Trägerebene hinaus das Kriterium Nachhaltigkeit für die Refinanzierung von Anschaffungen sowie Verpflegung in der Kindertagesbetreuung mit den Gemeinden zu vereinbaren und zu verankern.

Fachberatung

Die Einbeziehung von Fachberatung bei der Etablierung und Umsetzung von BNE ist sinnvoll und unerlässlich. Fachberatung benötigt hierzu selbst Fortbildungen sowie Vernetzung. Aufgrund der Breite und der Vielfältigkeit des Themas sind Kooperationen, Austausch und Kennenlernen von Praxisbeispielen ein wichtiger Ansatz, Fachberatung als Mittler von BNE zu stärken.

Der Fülle der Themen und Anforderungen an Kita-Fachberatung müssen jedoch auch zeitliche Ressourcen sowie eine entsprechende Refinanzierung gegenüberstehen.

Fachberatung kann darüber hinaus unterstützt werden mit verschiedenen, niederschwellig aufbereiteten Materialien und Methoden, die eine Reflexion in den Einrichtungen ermöglichen. Zum Beispiel können mit einer Art Checklisten Anreize gegeben werden, bereits verankerte und mögliche Maßnahmen zu reflektieren. Unterstützend ist auch die Etablierung von BNE in Qualitätsmanagementsystemen.

Professionalisierung: 

Um das Bewusstsein für BNE stärker und qualifiziert in der frühkindlichen Bildung zu etablieren, sind regelmäßige und breitgefächerte Fortbildungsangebote des Landesjugendamts und anderer Bildungsträger für pädagogische Fachkräfte sowie Kita- Fachberater*innen zu etablieren. Inhouse-Schulungen bieten zudem die Möglichkeit, das Thema einrichtungsspezifisch aufzugreifen. Hierfür müssen den Trägern und Einrichtungen der Kindertagesbetreuung die zeitlichen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen. Um Themen in der frühkindlichen Bildung auf einem qualitativ hohen Niveau voranzubringen, müssen pädagogische Fachkräfte die entsprechenden Kapazitäten dafür haben.

Schlussendlich gilt es auch das Thema stärker und verbindlicher in Ausbildung und Studium zu etablieren sowie in der Ausbildung von Lehrkräften für Sozialpädagogik.

Ein bisher unberücksichtigter Punkt in der BNE-Strategie aus Perspektive der Kindertagesbetreuung ist die Unterstützung der Träger und Einrichtungen bei der Digitalisierung von Abläufen, Datenablage sowie der Kommunikation. 

Das Beteiligungsverfahren ist für alle offen und sieht folgende Möglichkeiten vor:

Hintergrund:

Die Landestrategie ist u.a. in den Nationalen Aktionsplan BNE (NAP) sowie der von den Vereinten Nationen 2015 beschlossenen Agenda 2030 eingebettet.

Folgende Ziele sind im Nationalen Aktionsplan BNE formuliert und mit Maßnahmen hinterlegt

I. BNE in den Bildungsplänen verankern

II. BNE im Sinne eines institutionellen Auftrags von Trägern etablieren

III. BNE in die Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften integrieren

IV. BNE als Basis professionellen Handelns unterstützen

V. Vernetzungsstrukturen zu informellen und formellen Bildungsorten aufbauen

Informationen zum Nationalen Aktionsplan:

https://www.bne-portal.de/bne/de/nationaler-aktionsplan/die-bildungsbereiche-des-nationalen-aktionsplans/fruehkindliche-bildung/fruehkindliche-bildung.html

Informationen zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen: 

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitsziele-erklaert-232174