Informationen aus dem Bereich Sucht Juni 2025

Informationen aus dem Bereich Sucht Juni 2025

23.06.2025

1.    Neuer Bundesdrogenbeauftragter: Dr. Hendrik Streeck
2.    Mitwirkung des Paritätischen Sachsen in der Sächsischen Landesstelle gegen die 
       Suchtgefahren (SLS)
3.    Abfrage des SMS zum Thema Lachgas
4.    Überblick über Anbauvereinigungen in Sachsen
5.    Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes: Forschungsprojekt EKOCAN
6.    Absage des Fachtags 2025 der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren
       (SLS)
7.    Online- Informationsveranstaltung zum neuen Masterstudiengang „Suchthilfe“

1. Neuer Bundesdrogenbeauftragter: Dr. Hendrik Streeck

Der Virologe Dr. Hendrik Streeck ist seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages und sitzt im Gesundheitsausschuss. Zu den Arbeitsschwerpunkten des Drogenbeauftragten gehören die Förderung und Unterstützung von Initiativen und Aktivitäten der Sucht- und Drogenprävention.

Sucht- und Drogenbeauftragter Dr. Hendrik Streeck: „Sucht und Drogen sind keine Randthemen – sie betreffen Millionen Menschen und sind ein Prüfstein für die Stärke unseres Gesundheits-und Sozialsystems. Als Arzt und Wissenschaftler will ich nicht mit dem Zeigefinger mahnen, sondern helfen, aufklären und handeln. Besonders Kinder und Jugendliche brauchen besseren Schutz – vor Sucht, vor digitalen Risiken und vor neuen gefährlichen Substanzen wie synthetischen Opioiden. Ich setze mich für eine evidenzbasierte, präventive und menschenzugewandte Drogenpolitik ein – zum Schutz der Schwächsten und zur Stärkung unserer Gesellschaft.“ (Quelle: Hendrik Streeck ist neuer Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen - Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen)

Am 07.07.25 erfolgt ein erstes Treffen der DHS mit dem Bundesdrogenbeauftragten, welches auf dessen Initiative vereinbart wurde. Die DHS bewertet dies als erstes positives Zeichen für die Suchthilfe.

2. Mitwirkung des Paritätischen Sachsen in der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS)

Kristin Höfler vertritt den Paritätischen Sachsen im Vorstand der SLS.

Folgende Paritätischen Mitgliedorganisationen sind neben dem Paritätischen Sachsen auf der Mitgliederversammlung der SLS stimmberechtigt:

  • ADU Selbsthilfe e.V.
  • Advent-Wohlfahrtswerk e.V. 
  • Verein zur sozialen Rehabilitation von Abhängigkeitskranken (VRA) e.V.

Gibt es Themen, die der Paritätische für die Tagesordnung einer Vorstandssitzung der SLS vorschlagen soll, können Mitglieder sich an Kristin Höfler wenden (Kontaktdaten siehe unten).

3. Abfrage des SMS zum Thema Lachgas

Es gab kürzlich eine Abfrage durch das SMS zum Thema Lachgas (AG Drogen&Sucht, Landesbeirat psychische Gesundheit). Die zusammengefasste Rückmeldung ist:

1). Erfahrungen mit dem Konsum von Lachgas durch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen wurden durch die rückmeldenden stationären Einrichtungen verneint. Auch in den Suchtberatungsstellen ist speziell Lachgas kein flächendeckendes Beratungsanliegen. Lediglich zwei Beratungsstellen in Dresden und Pirna teilten mit, dass es einzelne Klienten mit einer Lachgasproblematik gibt. Vermutet wird zum Teil, dass Jugend- und Drogenberatungsstellen hinsichtlich der Altersgruppe eher Erfahrungen aufweisen könnten. Hier liegen jedoch keine Rückmeldungen vor. Im Landkreis Leipzig wurde im Rahmen eines Beratungsgremium seitens der Polizei mitgeteilt, dass es bei der Müllabfuhr ein vermehrtes Aufkommen an Kartuschen gibt, was auf einen vermehrten Konsum hindeuten könnte.

2). Hinsichtlich Regelungsbedarf wurden genannt:

  • Verbot der Abgabe an Minderjährige sowie ein Verbot des Verkaufes von Lachgas mit Geschmacksstoffen
  • Zusätzliche Warnhinweise auf der Packung
  • Werbeverbote

Befürwortet wird der Entwurf des BMG zur Regulierung von Lachgas (als auch von K.O.-Tropfen), indem beide Substanzen im NpSG aufgenommen werden, der Besitz und Erwerb von Lachgas für Kinder und Jugendliche verboten wird sowie der Online-Handel und der Verkauf über Selbstbedienungsautomaten.

3). Hinsichtlich gezielter Präventionsmaßnahmen wurden genannt:

  • Aufklärungskampagnen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen und über social Media
  • Monitoring des Konsumverhaltens bei Schulsozialarbeit, Präventions- und Suchtberatungsstellen

4. Überblick über Anbauvereinigungen in Sachsen

Im Drogenbeirat der Stadt Leipzig war die Landesdirektion zu Gast und präsentierte Daten zu Anbauvereinigungen (siehe Anlage). 

5. Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes: Forschungsprojekt EKOCAN

Das Ziel des Forschungsprojekts EKOCAN ist die die Untersuchung der Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) auf

  • den Kinder- und Jugendschutz
  • den allgemeinen Gesundheitsschutz und
  • die cannabisbezogene Kriminalität.

Hierfür werden unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt – etwa aus laufenden Bevölkerungsumfragen zum Substanzkonsum oder Routinedaten – und eigene Erhebungen durchgeführt. Dazu zählen unter anderem Befragungen von Konsumierenden und Nicht-Konsumierenden sowie von Anbauvereinigungen.

Zur Teilnahme an unserer Online-Befragung

Die erhobenen Daten werden im Hinblick auf die genannten Zielbereiche wissenschaftlich ausgewertet. Das Projekt wird von einem Beirat begleitet, in dem die inhaltlich beteiligten Bundes-Ressorts sowie Organisationen vertreten sind, die direkt mit der Thematik befasst sind.

(Quelle: www.uke.de/ekocan).

6. Absage des Fachtags 2025 der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS)

Der für 2025 geplante Fachtag „Geschlecht. Sucht. Stigma. Unterschiede in den Geschlechtern in der Suchthilfe“ ist abgesagt.

Der neue Termin zum Vormerken ist:  06.05.2026

7. Online- Informationsveranstaltung zum neuen Masterstudiengang „Suchthilfe“ (Medizinische Hochschule Brandenburg) 03.07.2025, von 17:15 Uhr – ca. 18:45 Uhr

Interessierte Studierende und Arbeitgeber*innen im Bereich der Suchthilfe sind herzlich zu einer digitalen Informationsveranstaltung zu dem neuen Studiengang eingeladen. Nähere Informationen: https://www.mhb-fontane.de/de/veranstaltungsdetails?id=799

Kontakt für Rückfragen oder andere Anliegen aus dem Bereich Sucht:

Kristin Höfler (Referentin Arbeit & Beschäftigung)
Tel.: 0351 - 828 71 141
E-Mail: kristin.hoefler@parisax.de