Der Paritätische Gesamtverband informiert die Landesverbände regelmäßig zu suchtpolitischen Themen. Der Paritätische Sachsen wird die Informationen in Zukunft bündeln. Davon unabhängig wird über den Paritätischen Sachsen in gesonderten Fachinformationen tiefergehend zu einzelnen Themen – mit dem Fokus auf die Landesebene – informiert.
Informationen aus dem Bereich Sucht März 2025
1. Update zum Stand des Suizidpräventionsgesetzes
Die Entwicklung auf Bundesebene muss abgewartet werden. Für einen Beschluss muss der nächste Bundestag oder die neue Regierung eine eigene Vorlage erarbeiten und einbringen. Im Wahlprogramm zur Bundestagswahl der Unionsparteien wird ein Suizidpräventionsgesetz explizit erwähnt: „Für einen wirksamen Lebensschutz beschließen wir ein umfassendes Suizidpräventionsgesetz“ (S. 70). Die SPD spricht sich zumindest für dafür aus, „die Prävention psychischer Erkrankungen [zu] stärken. Für junge Menschen in psychisch schwierigen Lebenslagen streben wir bundesweit niedrigschwellige, auch digitale Beratungsangebote an“ (S. 30). Dies steht mit einer möglichen Gesetzgebung zur Suizidprävention im Zusammenhang, jedoch ist Suizidalität nicht monokausal erklärbar mit dem Vorliegen einer psychischen Erkrankung.
2. Schlüsselstrategien bei synthetischen Opioiden: SO-PREP
Der Gesamtverband informierte über die Warnmeldung über Intoxikationen und Todesfälle durch hochpotente synthetische Opioide u.a. Nitazen-Derivate. Die Konsument*innen sind jünger und weniger aus der offenen Szene. In Hamburg ist ein signifikanter Anstieg von intravenös konsumierenden bei 18-27 Jährigen über die Einrichtungsdaten zu verzeichnen. Aus den Elternkreisen wird eine Zunahme von schwersten Schädigungen auch bei einmaligem Konsum berichtet. SO-PREP, ein länderübergreifendes EU Projekt, hat Schlüsselstrategien im Umgang synthetischen Opioiden entwickelt. Das Toolkit mit Schlüsselstrategien zur Bekämpfung der negativen Folgen des Konsums von synthetischen Opioiden ist jetzt auch in deutscher Sprache verfügbar((PDF) SO-PREP - Toolkit mit Schlüsselstrategien zur Bekämpfung der mit synthetischen Opioiden verbundenen negativen Folgen). Was in den Schlüsselstrategien noch fehlt ist „First time-Best Care“ Frühintervention/ Nachsorge bei erster Opioidüberdosierung, wie sie in Kanada üblich ist.
3. Polizeiliche Meinung zum Modell Drug-Checking: LKA Baden-Württemberg
Information zur Einschätzung des LKA Baden-Württemberg zum Drug-Checking. Das LKA bewertet: „Drug-Checking stellt keine Maßnahme zur Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität dar, sondern ist im Bereich der Prävention zu verorten.“ Vielleicht kann der Verweis auf die Argumentation dort weiterhelfen, wo das Drug-Checking kritisch gesehen wird.
4. Medieninformation fdr, Akzept, DGS: „Konsum-Cannabisgesetz (KCanG): Beibehalten und weiterentwickeln!“
Das Thema Cannabis-Gesetz könnte in den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene schwierig werden. CDU/CSU wollen es kippen, in der SPD gibt es Kräfte, denen eine Aufrechterhaltung ebenfalls nicht wichtig ist.
Zusammen mit Akzept und der DGS hat der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. kürzlich eine Medieninformation an die Presse und an die Verhandler*innen aller Fraktionen aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Inneres gesendet. Siehe auch: Cannabisgesetz beibehalten und weiterentwickeln! - Der Paritätische - Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege
5. Drogenpolitischen Fachgespräch zwischen dem Fachverband Drogen und Suchthilfe und dem Paritätischen Gesamtverband am 06./7.02.2025
Der Austausch findet 1x im Jahr statt. Themenschwerpunkt war Drogen- und Suchtpolitische Strategien auf Bundesebene und auf Landesebene Auf der Tagesordnung standen u.a. folgende Themen:
Kristin Höfler hat für den Paritätischen Sachsen an der Veranstaltung teilgenommen und stellt Mitgliedsorganisationen hiermit ihre Notizen zur Verfügung (Sollten Sie Interesse an einzelnen Präsentationen haben, melden Sie sich bitte):
Gastbeitrag aus der Schweiz: Nationale Strategie Sucht 2017- 2028
Sucht- und drogenpolitische Strategien in Berlin
Warum neue Strategie auf Bundesebene?
Wie?
Kontakt:
Kristin Höfler (Referentin Arbeit & Beschäftigung)
Tel.: 0351 - 828 71 141
E-Mail: kristin.hoefler(at)parisax.de