Informationen aus dem Bereich Sucht - März 2026

u.a. Mitwirkung des Paritätischen Sachsen in der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS) und Fokus Doppelhaushalt 2027/2028.

01.04.2026

Themenüberblick:

  1. Mitwirkung des Paritätischen Sachsen in der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS)
  2. Fokus Doppelhaushalt 2027/2028
  3. Zuschlag auf den Kostensatz für Teilnehmende an der Weiterbildung zur/zum Suchttherapeut*in, die als Co-Therapeut*in in der ARS beschäftigt sind
  4. Opioidpolitik: Das Nationale Frühwarnsystem NEWS 
  5. Sachstand Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (EKOCAN)
  6. Fachtag "Geschlecht.Sucht.Stigma" (SLS) 

1. Mitwirkung des Paritätischen Sachsen in der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS)

Der Vorstand der SLS umfasst aktuell 10 Personen und setzt sich aus berufenen Vertreter*innen der fünf Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege sowie fünf gewählten Mitgliedsvertreter*innen zusammen.

Paritätische Vertreter*innen im sind folgende Personen:

  • Kristin Höfler, Referentin Arbeit und Beschäftigung, der Paritätische Sachsen
  • Jacqueline Nebel, Projektleiterin (Betreutes Wohnen in Leipzig, SZL Suchtzentrum gGmbH
  • Alexander Beuschel, SafeDD - Straßensozialarbeit für Erwachsene Dresden,  SZL Suchtzentrum gGmbH

Die Paritätischen Vertreter*innen stehen im Austausch und stimmen sich nach Möglichkeit vor und nach den Vorstandssitzungen ab. Bei Bedarf werden die Mitgliedsorganisationen eingebunden. In der Anlage (A1) finden Sie einen aktuellen Überblick über Mitgliedsorganisationen, die im Bereich Sucht tätig sind. Korrekturwünsche nimmt Kristin Höfler entgegen (Kristin.hoefler (at) parisax.de)

2. Fokus Doppelhaushalt 2027/2028

Aktuell liegen noch zu wenig konkrete Informationen vor. In den Haushaltsverhandlungen für den Doppelhaushalt 25/26 ist es gelungen, geplante Kürzungen in der Suchthilfe und die Streichung der Suchtprävention auf Landesebene abzuwenden. Es wird weiterhin darum gehen, die notwendigen Systeme in der ambulanten Suchthilfe und Suchtprävention abzusichern. Die Argumente für verlässliche Strukturen in Suchtprävention und -hilfe sind vielfach benannt und die SLS und die Wohlfahrtsverbände werden sich erneut mit ganzer Kraft für die Strukturen einsetzen.  

Berichte aus den Regionen zeigen, dass die Landschaft geprägt ist von Sparmaßnahmen und Planungsunsicherheiten und dass die regionalen Strukturen zunehmend unter Druck geraten.  

Blitzlicht aus Berichten von Trägern:

  • Haushaltssperren und stagnierende Förderung treffen die Beratungsstellen (mit der Folge, dass höhere Eigenmittel aufgebracht werden müssen).
  • Beratungsstellen können sich nur noch um die Menschen kümmern, die gewillt sind, sich in das Setting zu begeben (gut erreichbare Personenkreise; niedrigschwellige Angebote brechen weg)
  • Kürzungen mit drohender Schließung von SBB
  • Beratung wird mehr und mehr auf Basisversorgung zurückgefahren; die Breite der Süchte kann nicht bearbeitet werden
  • Wartezeiten werden länger, keine zeitnahen Termine möglich
  • Verschärfung auch bei Prävention im Bereich Jugendliche
  • in Dresden entwickelt sich eine offene Drogenszene, welcher man durch Einschränkung der Mittel nicht begegnen kann; konsumiert wird zunehmend verunreinigter Stoff, was zu (schweren) körperlichen Problemen führt
  • beobachtete Zunahme von Gewalt gegen Mitarbeitende in Suchtberatungsstellen

Achtung: Kristin Höfler nimmt für die weitere Interessenvertretung Berichte der Träger aus den Regionen zu folgenden Fragen entgegen (bitte per Mail an Kristin.hoefler (at) parisax.de)

  • Was würde konkret wegfallen (oder fällt bereits weg), wenn Angebote mangels Finanzierung nicht mehr vorgehalten werden können?
  • Welche Auswirkung hat es 
    • für die Zielgruppen?
    • für die Träger/Mitgliedsorganisation?

3. Zuschlag auf den Kostensatz für Teilnehmende an der Weiterbildung zur/zum Suchttherapeut*in, die als Co-Therapeut*in in der ARS beschäftigt sind

Die DRV und die GKV haben sich auf einen Zuschlag auf den Kostensatz ab 01.01.2027 für Teilnehmende an der Weiterbildung zur/zum Suchttherapeut*in, die als Co-Therapeut*in in der ARS beschäftigt sind, verständigt. Der Zuschlag auf den einzelnen Kostensatz beträgt bei Erfüllung der Voraussetzungen max. 7,00 €. Hierzu ist eine Online-Veranstaltung am 9. Juni 2026 geplant. Die Veranstaltungsseite erreichen Sie über folgenden Link: https://drvbund-reha.yve-tool.de/public_registration/26473?pw=Fg574724 .

4. Opioidpolitik: Das Nationale Frühwarnsystem NEWS

Das Nationale Frühwarnsystem – bzw. auch „National Early Warning System (NEWS)“ konzipiert und etabliert ein bundesweites Frühwarnsystem mit dem Ziel, Neuentwicklungen im Bereich psychoaktiver Substanzen sowie missbräuchlich konsumierter Medikamente frühzeitig zu erkennen und relevante Zielgruppen schnell darüber zu informieren. Zielgruppen sind Konsumierende selbst sowie u.a. Akteurinnen und Akteure aus der Suchthilfe und der klinischen Praxis sowie politische Entscheidungsträgerinnen und -träger. (Quelle: Nationales Early Warning System (NEWS) - IFT-Forschung)

Das Projekt wird seit 2021 vom BMG gefördert und soll gesundheitsrelevante Neuentwicklungen auf dem Drogenmarkt für synthetische Drogen erfassen, Warnungen versenden und ein schnelleres koordiniertes Handeln auf allen Ebenen ermöglichen. Zwei Säulen von NEWS: Netzwerk aus Praxis, Forschung und Politik sowie die Erfassung von Daten. Das Frühwarnsystem soll ausgebaut werden durch sogenannte Landesknotenpunkte.

Es besteht die Möglichkeit, sich in die Warnmeldeliste eintragen zu lassen: Bitte E-Mail an news-projekt (at) ift.de

5. Sachstand Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (EKOCAN)

Gegenstand der Evaluation waren:

  • Entwicklung des Cannabismarktes
  • Kinder- und Jugendschutz
  • Gesundheitsschutz
  • Cannabisbezogene Kriminalität
  • Auswirkung der Konsumverbote auf den Kinder- und Jugendschutz
  • Evaluation der Besitz- und Weitergabemengen von Cannabis

Fazit und Schlussfolgerungen aus Sicht des Evaluationsteams:

  • umfangreiche Datenlage präsentiert, aber noch keine robusten Aussagen zu den Auswirkungen des KCanG möglich/Abwarten des Endberichts 2028
  • bis jetzt kein dringender Handlungsbedarf in Bezug auf die untersuchten Bereiche erkennbar
  • Anbauvereinigungen leisten bislang für die vom Gesetzgeber beabsichtigte Verdrängung des Schwarzmarktes keinen relevanten Beitrag/Korrekturen zum Beispiel durch Vereinfachung von Genehmigungsprozessen denkbar

Der Bericht ist abrufbar: https://www.uke.de/landingpage/ekocan/ver%c3%b6ffentlichungen/

Aktuelle Informationen und Termine: https://www.uke.de/landingpage/ekocan/aktuelles/index.html

6. SLS-Fachtag “Geschlecht.Sucht.Stigma”

Die SLS lädt Fachkräfte aus der Suchthilfe und angrenzenden Arbeitsfeldern am 06.05.2026 von 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr in das Deutsche Hygienemuseum Dresden ein, geschlechtsspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu beleuchten. Im Fokus stehen Fragen zu Zugängen zur Suchthilfe, geschlechtsspezifischen Bedürfnissen, gesellschaftlichen Zuschreibungen und strukturellen Barrieren.

Ausschreibungsflyer: hier

Kontakt für Rückfragen oder andere Anliegen aus dem Bereich Sucht:

Kristin Höfler (Referentin Arbeit & Beschäftigung)
Tel.: 0351 - 828 71 141
E-Mail: kristin.hoefler (at) parisax.de