Informationen aus dem Jour Fixe Freie Schulen

Für Schulen in freier Trägerschaft bietet der Paritätische einen regelmäßigen Onlineaustausch an. Der letzte Jour Fixe fand am 26.02.2026 statt. Im Folgenden informieren wir über die Themen.

04.03.2026
|
Erstellt von Friderun Hornschild, Referentin Bildung (Schulen in freier Trägerschaft), Referentin Selbsthilfe

Schwerpunkt des Jour Fixes am 26.02.2026 war ein Informationsaustausch zu aktuellen Entwicklungen mit Blick auf die Schülerzahlprognosen sowie den kommenden Doppelhaushalt 2027/2028. 

Informationsaustausch:

  • In Vorbereitung auf den kommenden Doppelhaushalt 2027/28 hat die Staatskanzlei im Januar 2026 interne Prüfaufträge für Maßnahmen zur Strukturanpassung erteilt. Das SMK wird unter anderem damit beauftragt, „…vor dem Hintergrund der Kostensteigerungen in den zurückliegenden Jahren, die gesetzlichen Regelungen für Zuschüsse für Schulen in freier Trägerschaft zu prüfen sowie darüber hinaus eine Schärfung der gesetzlichen Genehmigungsvoraussetzungen für Schulen in freier Trägerschaft zu prüfen.“
  • Am 05.03.2026 findet ein Runder Tisch mit Kultusminister Clemens, verschiedenen Trägern von Schulen in freier Trägerschaft und Vertretern der LAGSFS statt.
  • Der Paritätische ist hierzu im Austausch mit den Vertretern der Liga in der LAGSFS und dem Vertreter der AG FS in der LAGSFS.
  • In Vorbereitung des Gespräches verständigt sich die LAGSFS auf ein Argumentationspapier. Informationen dazu s.u.
  • Zudem sind Gespräche des Paritätischen mit den bildungspolitischen Sprecher*innen geplant um stärker für freie Schulen zu sensibilisieren sowie mit Blick auf den Doppelhaushalt und dem Spardruck des Freistaates u.a. verstärkt über die rechtliche Finanzierungsgrundlage freier Schulen aufzuklären. Am 23.02.26 fand ein Austausch mit der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen statt. Weitere folgen.
  • Die Montessorischule des Huckepack e.V. informierte vor dem Hintergrund des o.g. Prüfauftrages über eine kürzlich durchgeführte Prüfung des LaSuB zur Notwendigkeit der Berufsschule. Huckepack e.V. hat im vierten Jahr eine Berufsschule für Kinder mit geistigem Förderbedarf als Berufsvorbereitungsjahr etabliert. Neben einer Einordnung der Prüfung in den Kontext des Aufbaus der Schule und dem allgemeinen Hinweis, dass nur Genehmigungs- und Anerkennungsvoraussetzungen geprüft werden dürfen, tauschten sich die Teilnehmenden auch über die Chance aus, die diese Gelegenheiten bieten, um über Finanzierung von Freien Schulen zu informieren. Fachgruppensprecher und Vertreter freier Schulen, mit langjähriger Erfahrung bieten daher explizit ihre Unterstützung und Beratung bei Fragen dazu an. Diese können in den nächsten Jour Fixe eingebracht werden oder sie nehmen Kontakt mit der Referentin Bildung Friderun Hornschild (Friderun.Hornschild (at) parisax.de) auf. 

Zentrale Punkte aus dem Entwurf des internen Argumentationspapiers der LAGSFS

  • Freie Schulen sind verfassungsrechtlich garantiert.
  • Freie Schulen hängen unmittelbar und schülergenau von der tatsächlichen Nachfrage ab (während öffentliche Schulen auf staatlichen Vorgaben, wie Mindestzügigkeit etc. basieren). Elternwille und Nachfrage zeigen, dass Freie Schulen in die Bildungslandschaft passen.
  • Freie Schulen haben gezeigt, dass sie Schulstandorte erhalten und wirtschaftlich erfolgreich betreiben können. Sie sind i.d.R. flexibler
  • Finanzierung über Zuschüsse ist aufgrund der entsprechenden Formel an die Ausgaben von öffentlichen Schulen und ganz konkret an Schüler*innenzahlen gekoppelt
  • Finanzierung freier Schulen kostet den Freistaat nicht mehr, sondern nur 90% von dem, was öffentliche Schulen kosten.
  • Sparmaßnahmen an öffentlichen Schulen wirken unmittelbar auch auf Schulen in freier Trägerschaft.
  • Verantwortung für wohnortnahes Schulnetz liegt v.a. beim Freistaat – Attraktivität für kommunale Entwicklung und Infrastruktur, jedoch wenig Einfluss der Kommune auf Rahmenbedingungen 

Ad hoc AG Schülerzahlprognose

Vor dem Hintergrund der Schülerzahlprognose, dem kommenden DHH sowie den bildungspolitischen Entwicklungen hat sich aus der Fachgruppe Freie Schulen heraus eine Ad hoc AG gebildet, die die aktuellen Entwicklungen begleitet, Strategien und Positionen erarbeitet. Die Ad hoc Gruppe hat sich am 27.01. und am 24.02.2026 getroffen. 

Hintergrund:

Schülerzahlprognose für den Freistaat Sachsen

  • Anstieg noch bis 2027/28 (im Vergleich zu 2024/25) um bis zu 2,7% (obere Prognosevariante V1) -> d.h. zwischen 418.600 (V2) und 428.000 (V1)
  • Bis 2040/41 Rückgang um bis zu 20% (untere Variante V2) bzw. 12% (V1)
  • D.h. 335.600 (V2) bzw. 365.700 (V1) Schüler*innen an allgemeinbildenden Schulen
  • An Grundschulen bis zu 25% weniger Kinder bis 2040 (V2) (bzw. V1: 18%)

(Die Schülerzahlprognose gründet sich auf die Ergebnisse der 4. Regionalisierten Schüler- und Absolventenprognose bis Schuljahr 2040/41 (Basis der Vorausberechnung sind neben der amtlichen Schulstatistik die Variante 2 und Variante 3 der 8. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen.)