Mit dem Kita-Kompass Sachsen 2030 stellt sich der Paritätische Sachsen der Frage, wie die guten Kita-Strukturen im Freistaat Sachsen trotz sinkender Kinderzahlen gesichert werden können und damit familienfreundliche Strukturen erhalten bleiben. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Volkssolidaritäten, dem ASB Sachsen und Kinder in Bewegung e.V. (Elterninitiative) war der Verband im Austausch mit dem SSG und dem SLKT.
Gemeinsam mit dem Bundesverband der Volkssolidaritäten, dem ASB Sachsen und Kinder in Bewegung e.V. (Elterninitiative) war der Verband im Rahmen seiner Initiative Kita-Kompass Sachsen 2030 im Austausch mit dem SSG und dem SLKT. Gern möchten wir alle Mitglieder über das Gespräch informieren.
Ziel war es, SSG und SLKT aus unserer Perspektive für die Folgen sinkender Kinderzahlen zu sensibilisieren und gleichzeitig zu hören, welche Debatten und Strategien es seitens der Landkreise und Kommunen gibt. Klar war uns dabei: Der Abbau von Plätzen und einzelnen Einrichtungen wird stattfinden. Doch wie kann es uns gemeinsam gelingen, dennoch wohnortnahe Kita-Strukturen zu erhalten?
Mit einer Kita-Strategie könnte Sachsen bundesweit Vorreiter sein
Dr. in Sophie Koch vom Bundesverband der Volkssolidaritäten leitete das Gespräch mit einem Blick auf die Bundesebene ein. Sinkende Kinderzahlen sind derzeit in allen ostdeutschen Bundesländern eine Herausforderung. In der bundesdeutschen Debatte über Kitas spielt dieser Aspekt jedoch kaum eine Rolle. Hier geht es nach wie vor eher um Fachkraftmangel und Platzbedarf. In einzelnen westdeutschen Bundesländern bahnen sich aber bereits ähnliche Entwicklungen an. Ein sächsischer Lösungsprozess wäre insofern auch bundesweit spannend.
Gibt es in Sachsen einen Plan?
Im folgenden Austausch mit SSG und SLKT wurde klar, dass sich die sächsischen Städte und Gemeinden wie auch die Landkreise als Bedarfsplanungsebenen den Platzabbau oder auch Schließungen nicht leicht machen. Eine Debatte zum Strukturerhalt bzw. Umbau scheint es aber bisher weder seitens der Kommunen noch seitens des Landes zu geben. Schlaglichtartig stellten wir Ideen aus dem Kita-Kompass Sachsen 2030 vor, wie z.B. die Kita mit Co-Working-Space oder das Familienzentrum.
Kein Qualitätsausbau auf Kosten sächsischer Kommunen
Während die Zusammenführung von Leistungen oder eine kreative Umnutzung auf offene Ohren stießen, verdeutlichte der SSG jedoch, dass jeglicher Kita-Qualitätsausbau auf Kosten der Kommunen abgelehnt wird. Gemeint waren damit vor allem Aufwüchse beim Personal. Das Land habe in den vergangenen Jahren mehrfach nachgesteuert, Folgekosten seien aber immer zu Lasten der Kommunen gegangen. Hierbei blieben wir in der Verbandsmeinung klar: Die Anforderungen sind gestiegen - sei es durch gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch durch wachsende Ansprüche an die Kitas wie eine verbesserte Schulvorbereitung. Nicht zuletzt betonten wir, dass es sich bei der Arbeit in Kitas um Beziehungsarbeit mit Kindern und Eltern handle und es hierfür schlichtweg viel Zeit braucht. Eine weitere Verbesserung des Personalschlüssels ist somit unabdingbar. Klar ist allerdings auch, dass die Kommunen hier mit der Finanzierung nicht alleingelassen werden dürfen. Unser Vorschlag an SSG und SLKT daher: eine gemeinsame Position.
Herausforderung in ländlicheren Räumen besonders groß
Während die Ausdünnung des Kitanetzes in Ballungsräumen vor allem einen Verlust an Konzeptionsvielfalt mit sich bringt, kommt in ländlicheren Räumen besonders die deutliche Verlängerung von Wegzeiten für Eltern und Kinder zum Tragen. Herausforderungen gelten auch für Stadtrandlagen, wie der ASB mit seinem Praxisblick herausstellte. Dieser Befund wirkt holzschnittartig, doch waren sich alle Gesprächsbeteiligten über dessen Richtigkeit einig. Erste Herausforderungen entstehen aber auch schon vor einer Schließung, z.B. wenn eine ausgedünnte Personaldecke zu kürzeren Öffnungszeiten führt. Hierüber gingen die Meinungen auseinander. Während die kommunale Seite in Randzeiten eine Standardabsenkung als Kompromiss für möglichst lange Öffnungszeiten betrachtete, gaben die Vertreterinnen von Seiten des Paritätischen zu bedenken, dass das Thema Kindeswohl vielschichtig und komplex sei und nicht leichtfertig auf Kosten der Kinder gehandelt werden dürfe.
Out of the box – gemeinsam neue Wege gehen
Gerade weil die Herausforderungen in weniger verdichteten Räumen größer sind, gilt es aus unserer Sicht, besonders dort gemeinsam neu zu denken. Beinahe schien es, dass die kommunale Familie vom Ansatz „Wir wollen mit Euch nach Lösungen suchen.“ etwas überrascht war. So sprachen wir konkrete Herausforderungen und Lösungsideen an. Beispielsweise stellten wir Elterninitiativen als Lösungsansatz für kleingeschrumpfte Kitas vor und zeigten Offenheit für die Zusammenlegung von Angeboten am Ort von Kitas
Gemeinsames Fazit der Beteiligten: Ein Anfang ist gemacht. Aber wir brauchen mehr Zeit, um detaillierter zu sprechen.
Gefragt wurde seitens des SSG nach konkreten Praxisbeispielen für mögliche Lösungsansätze sowie nach Hürden oder zu ändernden Regelungen, die die Lösungsfindung erleichtern würden.
Hier sind nun alle unsere Mitglieder gefragt, ihre Sichtweise einzubringen. Teilen Sie uns Ihre Gedanken zu den oben benannten Fragestellungen mit. Was benötigt Sachsen für eine zukunftsfeste Kita-Landschaft?
Unser Ziel ist es, mit Kommunen, Landkreisen und anderen Stakeholdern weiter an einen Tisch zu kommen.
Kontakt:
Nicole Lawrenz
Referentin Bildung
Telefon: 0351 - 828 71 152
E-Mail: nicole.lawrenz (at) parisax.de