Das Jugendamt Bautzen stärkt mit einer Verfahrenslotsin die Zusammenarbeit von Jugend- und Sozialamt und setzt erste Schnittstellenprozesse um. Die Regionaltreffen 2025 zeigten: Vernetzung und klare Strukturen sind zentral für wirksame Jugendhilfe. Bei umA bleibt Integration trotz sinkender Zahlen herausfordernd.
Das Jugendamt Bautzen hat die Stelle des Verfahrenslotsenden etabliert. Diese arbeitet kontinuierlich am Aufbau transparenter Strukturen zwischen Jugend- und Sozialamt. Im Fokus stehen die inklusive Kinder- und Jugendhilfe, die Netzwerkarbeit (u.a. mit dem Träger der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung) sowie die Beratung betroffener Familien. Erstes Teilergebnis ist ein erstelltes Schnittstellenkonzept zur fachlichen Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Sozialamt für Leistungen nach SGB VIII und SGB IX mit der Bildung von Soll-Prozessen einschließlich regelmäßiger Evaluation.
Trotz offener gesetzlicher Grundlagen auf Bundesebene wird die Zusammenarbeit beider Ämter weiterentwickelt. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Bedarfe nicht steigen, jedoch deutliche Kostensteigerungen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung bei leicht sinkenden Fallzahlen auftreten.
Jugendamt Sozialamt
Fallzahlen 2023 155 1.179
Kosten 2023 3.145.994€ 9.333.970€
Fallzahlen 2024 129 1.176
Kosten 2024 3.099.320€ 11.116.250€
Berichterstattung und Ergebnisinformation zu den Regionaltreffen 2025
Ein Schwerpunkt in der Fortschreibung des Jugendhilfeplans ist die engere Zusammenarbeit zwischen der AG Jugendhilfeverbund (präventive Hilfen) und der AG „Hilfen zur Erziehung“ gemäß § 78 SGB VIII. Bei den drei Regionaltreffen im Jahr 2025 wurden zentrale Gelingensfaktoren und Herausforderungen identifiziert. Deutlich ist: Vernetzung, stabile Strukturen und transparente Angebote sind entscheidend für eine wirksame Kinder- und Jugendhilfe. Diesen Prozess begleiteten wir aktiv in den entsprechenden Fachgremien mit.
Situationsbericht umA
Mit weiter stagnierenden Fallzahlen (Februar 2024: 125 / August 2025: 95 – Sollquote LK Bautzen: 96) sind Wohngruppen beendet wurden und die Beschulung sowie Integration stehen im Vordergrund. Grundsätzlich haben alle umA´s einen Schulplatz – überwiegend an BSZ – und erreichen teilweise einen Hauptschul-abschluss bzw. Ausbildungsverträge. Aktuelle Herausforderungen für den öffentlichen Träger sind die Komplexität von Einzelfällen, das weiterhin aufwändige Kostenerstattungsverfahren und die Vorbereitung von Kapazitäten bei der Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften.