Ende November traf sich die Liga in Meißen und befasste sich schwerpunktmäßig mit den Entwicklungen in der KAG Teilhabe, den aktuellen Herausforderungen in der Kindertagesbetreuung und der Situation der Tafeln. Zudem wurden Berichte aus den verschiedenen Gremien vorgestellt.
Am 28. November 2025 fand die Sitzung der LIGA der Spitzenverbände im Landkreis Meißen statt. Neben den Vertreter:innen der Verbände nahm auch der Geschäftsführer der Lebenshilfe Meißen e.V., Matthias Christoph, teil. Er informierte ausführlich über die aktuellen Entwicklungen in der Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) Teilhabe.
Entwicklungen in der Kreisarbeitsgemeinschaft Teilhabe
Im Zentrum des Berichts aus der KAG standen Fragen der regionalen Teilhabeplanung. Die KAG, hervorgegangen aus der früheren Arbeitsgemeinschaft der Behindertenverbände, vereint heute Betroffenenverbände und Selbsthilfegruppen.
Laut Verwaltung wird die Fortschreibung des regionalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention derzeit nicht weiterverfolgt. Gleichzeitig ist die Position der bzw. des Behindertenbeauftragten nach dem Rücktritt der bisherigen Amtsinhaberin unbesetzt, was die Arbeit der KAG zusätzlich erschwert.
Um die Handlungsfähigkeit zu sichern, erarbeitet die KAG aktuell eine neue Geschäftsordnung mit stabiler Leitungsstruktur und formuliert eigene Jahresziele – unabhängig vom ausstehenden Aktionsplan. Eine enge Zusammenarbeit mit der LIGA ist dabei ausdrücklich gewünscht. Positiv aufgenommen wurde insbesondere die Position der LIGA, die Funktion der Behindertenbeauftragten künftig als hauptamtliche Stelle zu verankern. Weitere Klärungen werden für 2026 erwartet.
Herausforderungen in der Kindertagesbetreuung
Im Bereich der Kindertagesbetreuung bestehen weiterhin deutliche Schwierigkeiten bei der Bewilligung von Integrationsleistungen. Berichten zufolge hat das Sozialamt die Leistungsumfänge teilweise stark reduziert; einige Eltern haben bereits Klage eingereicht. Ein zentrales Problem betrifft die Anerkennung von Fehltagen: Während der Landkreis Meißen bei 45 Fehltagen für I-Kinder bleibt, bewilligen andere Kommunen – wie Coswig – entsprechend der Empfehlung des KSV pauschal 60 Fehltage. Die freien Träger prüfen, hierzu eine gemeinsame Position zu erarbeiten und den Austausch mit der Verwaltung zu verstärken.
Situation der Tafeln im Landkreis
Auch die Situation der Tafeln wurde thematisiert. Geflüchtete würden oftmals ohne vorherige Bedürftigkeitsprüfung vom Jobcenter an die Tafeln verwiesen. Dies führt zu erheblichen Belastungen der vorhandenen Ressourcen und erzeugt Spannungen, insbesondere mit Blick auf ältere, bedürftige Personen. Zur Klärung der Problemlage sind Gespräche mit dem Jobcenter sowie mit den örtlichen Tafeln geplant.
Berichte aus Gremien und Ausschüssen
Aus den verschiedenen Gremien wurden ebenfalls aktuelle Informationen zusammengetragen.
Im Jugendhilfeausschuss steht weiterhin die Sicherung der Schulsozialarbeit im Fokus. Obwohl eine Ausweitung auf Gymnasien rechtlich und finanziell nicht möglich ist, wurde eine Übergangsfinanzierung bis zum 30. September 2026 zugesagt.
In der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) wird ein Positionspapier vorbereitet, nachdem im Zuge des Haushaltsstrukturkonzepts Angebote für psychisch beeinträchtigte Kinder und Jugendliche reduziert wurden.
Im Sozialausschuss stellte das Jobcenter die aktuelle Lage im Landkreis vor. Dabei wurde deutlich, dass Fördermittelkürzungen anstehen, die auch die freien Träger betreffen. Eine Dynamisierung der Mittel konnte nicht erreicht werden, dennoch konnten wesentliche Strukturen – wenn auch in reduzierter Form – erhalten bleiben.