Musterkonzept IPW+ unterstützt Träger bei Interessenbekundung bis 30. Juni 2026

Der Paritätische Sachsen stellt ein fachliches Musterkonzept für das Interessenbekundungsverfahren IPW+ bereit. Es dient als Arbeitsinstrument und wurde gemeinsam entwickelt. Eine erste grobe Skizze reicht für den Einstieg. Vertiefte Bearbeitung erfolgt mit Beratung durch den KSV Sachsen

18.05.2026
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Erstellt von Anne Cellar, Referentin Teilhabe

Der Paritätische Sachsen stellt ein fachliches Musterkonzept für das Interessenbekundungsverfahren IPW+ bereit. Es dient als Arbeitsinstrument und wurde gemeinsam entwickelt. Eine erste grobe Skizze reicht für den Einstieg. Vertiefte Bearbeitung erfolgt mit Beratung durch den KSV Sachsen.

Arbeitsinstrument für Träger

Das Musterkonzept für Wohn- und Betreuungsangebote mit sehr intensivem Unterstützungsbedarf liegt vor. Der Bedarf wurde in gemeinsamen Austauschrunden angezeigt. Es soll interessierte Mitgliedsorganisationen bei der Interessenbekundung gegenüber dem Kommunalen Sozialverband Sachsen unterstützen. Die Entscheidung, ob und wie Träger das Konzept nutzen, liegt in deren Verantwortung. Das Konzept ist bewusst als fachliche Grundlage angelegt, nicht als verbindliche Vorgabe.

Die Frist für das Interessenbekundungsverfahren IPW+ endet am 30. Juni 2026. Frau Mittag (KSV) betonte, dass für den Einstieg eine erste grobe Skizze ausreicht. Eine vertiefte Bearbeitung kann anschließend gemeinsam mit dem KSV Sachsen erfolgen. Dieser beratende Ansatz entspricht dem Gestaltungsgedanken des Kommunalen Sozialverbandes und ermöglicht Trägern einen niedrigschwelligen Zugang.

Unterschiedliche Bedarfslagen erfordern individuelle Konzepte

Erste Einzelfälle werden bereits von der Diakonie Sachsen aufgenommen. Diese zeigen eine sehr unterschiedliche Bedarfslage. Eine pauschale Einschätzung des Bedarfs und damit des personellen Aufwands ist kaum möglich. Jeder Fall erfordert eine individuelle Betrachtung. Das unterstreicht die Bedeutung flexibler Konzepte, die auf die jeweilige Situation der leistungsberechtigten Personen eingehen können.

In Sachsen werden nach bisherigem Kenntnisstand die Träger von Diakonie und Paritätischem Wohlfahrtsverband Interesse bekunden. Die Verbände haben vereinbart, ihr Wissen nach Absprache der Teilnehmenden zu teilen. Ziel ist es, qualitativ gut aufgestellt und verhandlungsstark gegenüber dem KSV Sachsen zu sein. Diese Zusammenarbeit stärkt die Position der freien Träger und fördert fachliche Standards.

Gemeinsame Empfehlungen der Referent*innen sind :

  • Angebote sehr kleinteilig (DW: 2-4, DPWV: 4) – Synergien durch zwei Gruppen zu je maximal 4 Personen denkbar
  • Fachlichkeit – sehr hohe Fachkraftquote min 80%
  • In vielen Fällen im 1:1 Setting zu konzipieren (auch 2:1, 1:2 denkbar, Einzelfallbezogen - Range schwer einschätzbar)
  • neben EGH, psychologische Fachkräfte und Psycholog*innen
  • Krisenteam / Krisendienst mitdenken
  • ausreichende Investkosten einplanen/ Refinanzierung der Instandhaltung zwingend notwendig 

Nächster Austauschtermin am 21. Mai 2026

Am 21. Mai 2026 findet von 8.00 bis 9.30 Uhr ein digitaler Austauschtermin statt. Auf der Agenda stehen Rückmeldungen zur fachlichen Musterkonzeption, Personalkalkulation sowie die Vereinbarung nächster Schritte. Die Veranstaltung dient der Vernetzung und dem gemeinsamen Lernen. Interessierte Mitgliedsorganisationen können sich über die Website des Paritätischen Sachsen anmelden.

Das Musterkonzept beschreibt kleinteilige, hochfachliche und krisenfähige Wohn- und Betreuungsangebote für erwachsene Personen mit sehr intensivem Unterstützungsbedarf. Es richtet sich an Menschen, die in vorhandenen Strukturen nicht ausreichend versorgt werden können. Charakteristisch sind sehr hoher Unterstützungsbedarf, mangelnde Gruppenfähigkeit sowie ein hohes Potenzial an Eigen- und Fremdgefährdung.

 

Kontakt

Anne Cellar
Referentin Teilhabe, Sucht und Sozialpsychiatrie
Tel: 0351 - 828 71 150
E-Mail: anne.cellar(at)parisax.de