Rückblick zum Paritätischen Fachdialog: Integration Zugewanderter in die Soziale Arbeit

Zugewanderte Fach- und Arbeitskräfte bieten großes Potenzial für die Soziale Arbeit. Ein Paritätischer Fachdialog am 18.08.2025 bot Raum für Information und Austausch. Es wurden Chancen, Herausforderungen und konkrete Unterstützungsangebote für Mitgliedsorganisationen aufgezeigt.

25.08.2025

Zugewanderte Fach- und Arbeitskräfte bieten großes Potenzial für die Soziale Arbeit. Ein Paritätischer Fachdialog am 18.08.2025 bot Raum für Information und Austausch. Es wurden Chancen, Herausforderungen und konkrete Unterstützungsangebote für Mitgliedsorganisationen aufgezeigt. 

Im Vordergrund der Veranstaltung stand das Thema Anerkennung ausländischer Abschlüsse im Bereich der Sozialen Arbeit (Sozialarbeiter*in, Sozialpädagog*in, Kindheitspädagog*in, Heilpädagog*in, Erzieher*in, Heilerziehungspfleger*in).

Zu Gast waren Juliane Träbert und Laura Beltran, die zur Arbeit der Informations- und Beratungsstellen Arbeitsmarkt Sachsen (IBAS) und zu dem IQ-Projekt „Brückenkurse und Qualifizierungsbegleitung für migrierte Fachkräfte in den Bereichen Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik und Pflege“ am ehs Zentrum informierten. 

Die Informations- und Beratungsstellen Arbeitsmarkt Sachsen (IBAS) bieten Unterstützung

Im Ergebnis wurde deutlich, dass es mit der IBAS eine gut funktionierende Beratungsstruktur gibt, an die sich Arbeitgeber wenden können, wenn sie sich zur Anerkennung von konkreten im Ausland erworbenen (formalen) Ausbildungs- und Studienabschlüssen informieren wollen.

Trotz der hohen Komplexität kann zusammenfassend festgehalten werden: Wenn ein Ausbildungs- und Studienabschluss vorliegt und das Berufsziel klar ist, dann kann der Weg zu einer Anerkennung sehr konkret aufgezeigt werden. Es kann sich auch herausstellen, dass es gar keiner Anerkennung bedarf. Die IBAS hilft, Licht ins Dickicht zu bringen.  

Unterstützung durch Qualifizierungsangebote

Das IQ-Projekt der Evangelische Hochschule Dresden bietet Brückenkurse und individuelle Begleitung für migrierte Fachkräfte, die in Sachsen eine Arbeit in den Bereichen Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik und Pflege suchen oder sich weiter qualifizieren wollen. 

Fazit: Austausch fördern, Chancen für die Soziale Arbeit erkennen

Erfahrungsaustausch hilft Arbeitgebern, die sich auf den Weg machen und verstärkt auch Menschen aus dem Ausland beschäftigen möchten.

Entscheidend sind neben der offenen Grundhaltung des Arbeitgebers

  • Die Kenntnis über Beratungsangebote
  • Das Wissen und Verstehen der komplexen Systeme
  • Der Wissenstransfer
  • Die Unterstützung von Unternehmen bei der Integration (Ankommen, Sprache, Mitnehmen der Belegschaft, Teams, Leitung…)

Ein wichtiges Fazit von Juliane Träbert und Laura Beltran war: Es gibt sehr viele, hochmotivierte Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten wollen. Das bietet Chancen sowohl für Arbeitsuchende als auch für Arbeitgeber, die genutzt werden sollten.

Drei konkrete Impulse aus der Diskussion waren:

Chancen zur Beschäftigung schon während des Anerkennungsprozesses bieten

Um die Zeit bis zu einer notwendigen Anerkennung für eine Tätigkeit als Fachkraft sinnvoll zu nutzen, kann es ein guter Weg sein, die Potenziale der Menschen in den Blick zu nehmen und zu überlegen, ob eine Einstellung schon vor der Anerkennung möglich ist, z.B. in niedrigschwelligen Bereichen oder als Projektmitarbeiter*in. So können die Beschäftigten die Strukturen des Unternehmens kennen lernen und der Wechsel auf die gewünschte Stelle zu einem späteren Zeitpunkt kann vorbereitet werden.

Potenziale von Freiwilligen und Ehrenamtlichen erkennen

Unter den Teilnehmenden war auch Marta Glauer-Muche, Referentin JES Jugend Engagiert Sich. Es gibt immer mehr eingewanderte und geflüchtete Menschen, die sich für einen Freiwilligendienst oder Ehrenamt interessieren. Ihr Anliegen war es daher vor allem, das Potenzial von Freiwilligendiensten und Ehrenamt als Brücke in eine Beschäftigung als zukünftige Fachkräfte aufzuzeigen. Alle Informationen zu den Paritätischen Freiwilligendiensten: Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH

Matching-Event für Menschen aus Venezuela mit: Direkt mit internationalen Fachkräften ins Gespräch kommen 

Migrant*innen aus Venezuela stellen seit einigen Jahren eine der größten Gruppen von Zuwandernden nach Sachsen dar. Viele von Ihnen bringen Berufsqualifikationen im sozialen und pädagogischen Bereich mit und befinden sich aktuell auf Arbeitssuche. Diese Personen sollen in einem Mix’n’Match -Format am 25.09.2025 gezielt mit interessierten Unternehmen in Kontakt gebracht werden. Siehe dazu: parisax.de: Job-Matching-Event für soziale und pädagogische Berufe 

Unterstützung für Mitgliedsorganisationen

Der Paritätische Sachsen bietet folgende Unterstützung: 

  • Weiterbildung: Schulungen zu rechtlichen Fragen, interkultureller Öffnung und diversitätsorientierter Personalpolitik.
  • Austausch: Plattformen für den Erfahrungsaustausch und die Entwicklung von Kooperationsmöglichkeiten.
  • Politische Interessenvertretung: Benennung von Herausforderungen und Hürden gegenüber Politik und Verwaltung 

Herausforderungen und politische Forderungen 

  • Chancenermöglichendes Behördenverhalten: Ermessenspielräume nutzen
  • Individuelle Beratung als Regelangebot sicherstellen: Verstetigung der IBAS
  • Sprache als Schlüssel stärken: Vereinfachung des Zugangs zu (Berufs-) Sprachkursen/Fachsprachkursen und Erhöhung des Angebots (bis C1)
  • Mehr Personalstellen schaffen: dort, wo sie im Prozess erforderlich sind (zB. Ausländerbehörden)
  • Bürokratieabbau: Vereinfachung der Anerkennungsverfahren 

Hintergrund:

Zu den Aufgaben des Paritätischen gehört es unter anderem, sich für die soziale sowie berufliche Integration von Menschen aus dem Ausland einzusetzen.

Die Themen in diesem Arbeitsfeld werden schwerpunktmäßig durch die Fachreferate Migration sowie Arbeit und Beschäftigung bearbeitet.

Mitgliedsorganisationen können gerne konkrete Bedarfe und/oder Wünsche für Weiterbildung /Veranstaltungen zum Thema an den Verband herantragen. 

Kontakt:

Hendrik Kreuzberg (Referat Migration und Diversität)
Tel.: 0351 - 828 71 145
E-Mail: hendrik.kreuzberg@parisax.de

Kristin Höfler (Referat Arbeit und Beschäftigung)
Tel.: 0351 - 828 71 141
E-Mail: kristin.hoefler@parisax.de 

Anlage: Präsentation zur Veranstaltung