Im Hinblick auf sinkende Kinderzahlen luden die Referentinnen Bildung des Paritätischen Sachsen Luise Neuhaus-Wartenberg (MdL) zum Gespräch ein. Beide Seiten unterstrichen unter anderem die wichtige gesellschaftliche Rolle freier Träger.
Sinkende Kinderzahlen - ein Risiko für die Kita- und Schulinfrastruktur
Mit dem Fokus auf sinkenden Kinderzahlen luden wir Luise Neuhaus-Wartenberg, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die LINKE im Sächsischen Landtag, in den Verband ein. Im Austausch wurde schnell klar, dass die LINKE unsere Besorgnis über den Strukturabbau im Kitabereich und später auch in der Schullandschaft teilt. Insbesondere das Risiko verminderter Chancen- und Bildungsgerechtigkeit außerhalb der Ballungsräume wurde gemeinsam herausgestellt. Eine konkrete Schlussfolgerung daraus: Bei der Verwendung des Sondervermögens darf der Sanierungsstau in den Kitas nicht vergessen werden.
SGB VIII als wichtiger Anker für die familienorientierte, sozialpädagogische Arbeit in Kitas
Das Gespräch ging auch fachlich immer wieder in die Tiefe. Über die bessere Verzahnung von Hort und Grundschule bestand Konsens, auch dass hier im Zusammenwirken mit der Verwaltung die Umsetzung entsprechender ganzheitlicherer Konzepte dringend auf den Weg gebracht werden müsse.
Einen Aha–Effekt konnten wir beim Gedanken, Schule und Kita enger zu verbinden, erreichen. Die Verankerung der Kitas und Horte im SGB VIII betont und begründet ebenda eine familienorientierte, ganzheitliche sozialpädagogische Arbeit fernab der in vielen Schulen weiterhin forcierten Leistungsorientierung. Würden Kitas und Horte diese gesetzliche Einordnung bei der Jugendhilfe verlieren, bestünde aus unserer Sicht das Risiko, dass kindliche Entwicklungswege früher oder später unter dieselbe Verwertungslogik fallen wie in der schulischen Bildung. Luise Neuhaus-Wartenberg nahm diesen Gedanken für ihre weitere Arbeit auf.
Wichtigkeit freier Träger wurde betont
Klare Einigkeit bestand im Gespräch darüber, dass freien Trägern - nicht nur im Arbeitsfeld Bildung - eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, aber auch Verantwortung zukommt. Hierbei verzeichneten wir einen Perspektivwechsel: Während die LINKE in der Vergangenheit verstärkt den Staat in der Pflicht sah, möglichst viele Sozial- und Bildungsangebote bei sich zu bündeln, konnten Politiker*innen dieser Partei inzwischen mehrfach überzeugt werden, dass Demokratie und Vielfalt unbedingt auch das gesellschaftliche Engagement freier Träger benötigen. Wohl auch ein Erfolg der Arbeit der Wohlfahrtsverbände.
Zum Schluss vereinbarten wir, im guten Austausch zu bleiben - auch mit dem Ziel, als Verband immer ein Stück weit hinter die Kulissen der aktuellen sächsischen Minderheitsregierung schauen zu können. Erwähnt sei hier vor allem das Stichwort Konsultationsmechanismus.