Stadt Leipzig: Runder Tisch Kita 2026 – wichtige Zahlen und Planungen für Leipziger Träger

Beim Runden Tisch Kita in Leipzig wurden Auslastung, Personalentwicklung sowie Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen der Kitas in kommunaler und freier Trägerschaft besprochen. Dabei standen Kapazitäten, Bedarfsprognosen und strategische Planungen bis 2035 im Fokus.

06.02.2026
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Erstellt von Kerstin Krabbes, Regionalleiterin Stadt Leipzig

Am 2. Februar 2026 fand im Rathaus Leipzig ein Runder Tisch Kindertagesstätte statt, moderiert von Frau Felthaus, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Jugend, Schule und Demokratie, zu dem Vertreter:innen aus Kommunalpolitik, freier Trägerschaft und Elternvertretung eingeladen waren. Ziel war ein aktueller Überblick über die Auslastung, Kapazitäten, Personalentwicklung und geplante Rückbau- sowie Sanierungsmaßnahmen in Leipzigs Kita-Einrichtungen.

Aktueller Stand der Auslastung
Die Auslastung in Einrichtungen freier Trägerschaft liegt im Durchschnitt bei 80,99%. Aufgeschlüsselt nach Angebotsformen beträgt sie in Krippen 74,76%, in Kitas 83,5% und in Horten 81,7%. Kommunale Kitas erreichen eine Auslastung von 76,67%, Horte 84,5%. Bei einer Gesamtkapazität von 25.146 Plätzen bestehen derzeit 20.366 Verträge, darunter 800 Integrationsplätze. Daraus ergeben sich 4.780 freie Betreuungsplätze.

Bedarfsprognose
Die Geburtenzahlen der letzten Jahre zeigen einen rückläufigen Trend: 2023 wurden 4.900 Kinder geboren, 2024 4.819 und 2025 4.458. Bisher wurde bei der Bedarfsplanung eine durchschnittliche Auslastung zuzüglich eines 10%igen Puffers berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll künftig nicht mehr fortgeführt werden.

Selbstbetreuungsquote
Die Selbstbetreuungsquote liegt in den Stadtteilen Nordost, West und Nordwest über 20%, während alle anderen Stadtteile unter 20% liegen. Als Ursache wird unter anderem die Präsenz einer Erstaufnahmeeinrichtung im Nordosten vermutet. Es wird erwartet, dass ein verpflichtendes Vorschuljahr die Kapazitäten stärker beanspruchen und die Quote entsprechend senken würde. Aktuell werden die Zahlen noch bereinigt; nach Abschluss des Bereinigungsprozesses ist von einer Quote von ca. 16% auszugehen, da nichtgemeindeeigene Kinder und Schulanfänger herausgerechnet werden.

Kapazitätsrückbau
Im Jahr 2025 wurden 14 Einrichtungen geschlossen. Für 2026 ist bisher die Schließung einer kommunalen Einrichtung geplant, wodurch die Zahl kommunaler Einrichtungen von 56 auf 46 reduziert wird. Zudem sind vier Umzüge kommunaler Einrichtungen vorgesehen. Bei freien Trägern wurden im Zeitraum 2025/2026 vier Schließungen vorgenommen, darunter die Zusammenlegung der VS LL An der Hauptstraße mit Seehausner Allee, sowie Schließungen durch Outlaw gGmbH Am Kirschberg und Zwergenland GmbH Am Langen Felde.

Personalanpassungen in der kommunalen Verwaltung
Aufgrund des Kapazitätsrückbaus war ein Bedarfsabbau von 117,5 VzÄ für 2024–2025 vorgesehen; die Ist-Besetzung sank bereits um 90,5 VzÄ. Für 2026 werden Personalbedarfe von 603,2 VzÄ zum 1. August prognostiziert, wobei der Abbau von 50 Erzieher:innen-Stellen geplant ist. Es sind keine betriebsbedingten Kündigungen vorgesehen; stattdessen kommen Altersteilzeitmodelle, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen zum Einsatz. Zur Diskussion steht ein sogenannter „Springerpool“, der eine bedarfsorientierte Personalsteuerung ermöglichen soll. Die Interpretation des Finanzierungsschlüssels erfolgt Träger- bzw. Einrichtungsspezifisch; ein Gespräch dazu mit dem Landesjugendamt ist nach den Winterferien geplant.

Weitere Rückbaupläne
Gemäß LEK ist bis 2035 ein Rückbau von etwa 4.000 Plätzen in 30–35 Einrichtungen vorgesehen. Dieser Rückbau soll durch Sanierungs- und Ersatzneubau flankiert werden und die Versorgungssicherheit sicherstellen. Für 2026 sind 5–6 weitere Einrichtungsschließungen geplant.

Finanzplanung Sanierung und Ersatzneubau
Für den Zeitraum 2027–2031 sind Investitionen in Höhe von 30 Mio.€ vorgesehen, was einer Kürzung von 85% gegenüber bisherigen Planungen entspricht. Der Großteil der Mittel wird in den Schulbereich fließen. Einige wenige Kita-Maßnahmen können in diesem Zeitraum begonnen oder fortgeführt werden, darunter die Kitas Martin-Herrmann-Straße, Krönerstraße, Zweinaundorfer Straße, Holbeinstraße, Goldsternstraße, Richard-Lehmann-Straße, Jupiterstraße, Weißdornstraße sowie HzE Bornaische Straße und OFT Heilbronner Straße. Aktuell gibt es keine Fördermittel für Kita-Sanierungen; die Stadt plant jedoch ab 2029–2031 mit 40?% fiktiver Förderung.

Der Arbeitskreis Kita-Rückbau begleitet die weiteren geplanten Maßnahmen. Kerstin Krabbes, Regionalleiterin der Stadt Leipzig beim Paritätischen Sachsen, betont dabei: „Wir befinden uns in Leipzig am Anfang des Wandels der Kita-Landschaft. Erfreulich ist, dass unser Ansinnen, ein regelmäßiges Kommunikationsformat zum Thema ‘Umbau/Rückbau Kita’ zwischen Trägern und Verwaltung zu etablieren, seit Anfang 2026 Realität ist. Hierbei ist Ziel, gemeinsam, transparent und auf Augenhöhe sinnvolle Rückbau-Strategien zu entwickeln.“