Teilhabe an Arbeit: REZ-Verhandlung startet mit Vorschlag von LIGA und LAG WfbM als Verhandlungsbasis

Die Liga und die LAG WfbM verhandeln am 27.10.2025 mit dem Regionalen Einkaufszentrum Bayern (REZ). Grundlage ist eine TVöD Entwicklung von etwa 2,8 Prozent. Die Verhandlungsgruppe hebt die Personalkosten und Sachkosten an und ergänzt Zuschläge für Sonderzahlung, Sozialversicherungen, IT und Risiko. Anne Cellar vertritt den Paritätischen Sachsen.

16.10.2025

Kernbotschaft

Für 2026 schlägt die Verhandlungsgruppe einen neuen Mittelwert Kostensatz mit einer effektiven Steigerung von rund 5,3 Prozent vor. Er folgt der TVöD Entwicklung und ergänzt gezielt Zuschläge für reale Kostenentwicklungen. 

Die Umfrage

Die Verbandsumfrage „Vorbereitung REZ-Verhandlung 2026“ (Auswertung vom 16.10.2025 zeigt) deutliche Treiber:

  • Personalkosten durch Entgeltsteigerungen, Erfahrungsstufen und Sonderzahlungen
  • Sachkosten vor allem in EDV, Investkosten, Versicherungen und Verwaltungsbedarf
  • Wunsch nach einem Risikozuschlag wegen unvorhersehbarer Ereignisse
  • Verweis auf das zu erwartende Fachkonzept 

TVöD Stand und Konsequenz

Das REZ orientiert sich an den Entwicklungen des TVöD. Für 2026 gilt eine Tabellensteigerung zum 1.05.2026 um 2,8 Prozent. Der späte Termin dämpft die Jahreswirkung. Ein reiner Budgetvergleich 2025 zu 2026 über Tabellenwerte kann unter 2,8 Prozent liegen. Relevante Leistungsverbesserungen sind höhere Jahressonderzahlungen ab 2026, abhängig von der Eingruppierung. Weitere Verbesserungen wie ein zusätzlicher Urlaubstag greifen erst ab 2027. Daher setzt der Vorschlag auf Zuschläge und nicht nur auf Tabellenwerte. 

Einordnung PATT und Vergleich zum TVöD

Der PATT entwickelt sich mit rund 3,5 Prozent und liegt damit über der reinen TVöD Tabellensteigerung von 2,8 Prozent zum 01.05.2026. Während der TVöD Effekt durch den späten Erhöhungstermin im Jahresvergleich 2025 zu 2026 gedämpft ausfällt, zeigt der PATT eine stärkere Dynamik. Die Gesamtsumme der Tarifsteigerung mit Arbeitszeitreduzierung, Urlaubserhöhung und Jahressonderzahlung ergibt eine Steigerung von 4,1 Prozent. Das spricht für Zuschläge über die Tabellenwerte hinaus. Der Einstiegswert in die Verhandlung liegt bei 5,4 Prozent Personalkostensteigerung. 

Sachkosten im Abgleich mit Umfrage und Vorschlag

Wir setzen die Sachkosten in der Verhandlungsbasis bewusst gemäßigt an. Die Umfrage des Paritätischen Sachsen nennt EDV, Investkosten, Versicherungen und Verwaltungsbedarf als wichtigste Treiber der Sachkosten. Einzelwerte liegen teils höher, etwa bei EDV und Versicherungen.

Der Vorschlag folgt dennoch der aktuell vom KSV gewährten pauschalen Linie mit 2,5 Prozent und ergänzt gezielte Zuschläge. Damit steigen wir mit im Bereich der Sochkostenentwicklung mit einem Einstiegswert von 5 Prozent in die Verhandlung ein. 

Was ist geplant?

  • Personalkosten steigen um 2,8 Prozent gemäß TVöD.
  • Sachkosten steigen um 2,5 Prozent, wie aktuell vom KSV im Rahmenvertrag nach § 131 SGB IX gewährt.
  • Dazu kommen Zuschläge für Jahressonderzahlung, höhere Sozialversicherungsbeiträge und Altersvorsorge sowie IT-Kosten durch EMAW-Anbindung und ein Risikozuschlag.
  • Daraus ergibt sich als Verhandlungseinstieg ein neuer Mittelwert-Kostensatz von etwa 1.659,30 Euro mit einer effektiven Steigerung von etwa 5,31 Prozent. 

Ausblick neues Fachkonzept

Zum 01.01.2026 wird ein neues Fachkonzept erwartet. Der erste Entwurf ist für November angekündigt. Voraussichtlich kommen Maßnahmenpreise mit 27 Monaten Geltung ab Maßnahmeantritt. Jährliche Neuverhandlungen sollen dann nur für neue Teilnehmende gelten. Eine bundesweit harmonisierte Musterrahmenvereinbarung ist geplant, regionale Besonderheiten sollen ergänzbar bleiben. Fahrdienste sollen im neuen Fachkonzept separat pauschaliert werden. Ein Kalkulationsschema ist vorgesehen. Die Bundesagentur für Arbeit soll alle Fahrtkosten übernehmen, auch Einzelfahrten, sofern begründet. Elektronische Maßnahmenabwicklung (EMAW) wird ab 2026 verpflichtend. Die Anbindung kann über eigene Schnittstellen oder externe Dienstleister erfolgen. Details und Schnittstellenbeschreibungen fehlen noch. Die IT-Kosten für EMAW sollen in die Maßnahmenpreise einfließen. Eine konkrete Verhandlung ist erst möglich, wenn der Entwurf des Fachkonzepts vorliegt. Einheitspreise und Auslastungsquoten werden diskutiert. Eine Fachinformation mit den ersten Entwurfsinhalten folgt. 

Fazit

Wir gehen mit einem soliden Einstiegsvorschlag in die Verhandlungen. Er verbindet TVöD Tabellenwerte mit notwendigen Zuschlägen für Sonderzahlungen, Sozialabgaben, IT und Risiko. Die Haushaltslage ist eng. Umso wichtiger sind klare Begründungen und belastbare Zahlen aus den Einrichtungen. Unterstützen Sie uns weiterhin, damit wir Ihre Interessen gut vertreten können. Über Verhandlungsverlauf und -ergebnisse informieren wir Sie weiterhin. 

Kontakt im Paritätischen Sachsen:  

Anne Cellar
Referentin Teilhabe 
Tel: 0351 - 828 71 150
E-Mail: anne.cellar (at) parisax.de

Johannes Kokot
Referent Entgelte
Tel: 0351 - 828 71 149
E-Mail: johannes.kokot (at) parisax.de