Unabhängige Patientenberatung Deutschland aktuell nicht verfügbar

Immer wieder informierten wir über die Entwicklung der unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Nun hat sie ihre Arbeit vorerst für Patient*innenanfragen eingestellt. Sie haben damit aktuell keine Möglichkeit, umfassend und unabhängig beraten zu werden.

20.02.2024

Ab 2024 sollte die Arbeit der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) durch eine Stiftung gleichen Namens erfolgen. Wie wir bereits im letzten Jahr informierten, gingen dieser Neuausgestaltung heftige Streitigkeiten um die Unabhängigkeit der Beratungsleistungen durch die enge Anbindung an das Unternehmen Sanvartis GmbH voraus.

Nun ist auf den Internetseiten der UPD zu lesen, dass sich die Stiftung noch im Aufbau befinde. Ratsuchende Patient*innen finden dort derzeit keine Ansprechpersonen für ihre Anliegen. Stattdessen wird angeboten, sich bei Fragen an das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit zu wenden.

Wie wir durch einen Newsletter der KISS Hamburg erfuhren, können durch das Bundesministerium für Gesundheit keine wertenden Stellungnahmen zu Bürger*innenanfragen abgegeben werden.

Einer der Kernaufträge der UPD, nämlich die Rechte von Patient*innen zu stärken, wird damit aktuell nicht wahrgenommen.

Kurze Einschätzung der Referentin Selbsthilfe im Paritätischen Sachsen

Die holperige Entwicklung der UPD erfährt auch zu Beginn des Jahres 2024 keine nachhaltige Auflösung. Für Ratsuchende sehr bedauerlich, aber auch für das Bild eines sonst im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellten Gesundheitssystems schädlich. Die UPD ist immerhin eine seit 2011 verbindlich verankerte Regelleistung der Krankenkassen. Die entstandene Lücke ist damit zumindest aus finanzieller Sicht nicht erklärbar. Denn die Finanzierung ist gesichert. Vermutlich sind es wohl eher organisatorische Unzulänglichkeiten, die nun zur Beratungslücke führen.

Kontakt

Nicole Börner
Referentin Selbsthilfe

Telefon: 0351 - 828 71 152
E-Mail: nicole.boerner (at) parisax.de