Vom Recht und der Möglichkeit junger Menschen, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen

Der Wind der Einsparungen weht eisig, besonders wenn es um sogenannte "freiwillige" Leistungen geht. Hier gilt es klug und mit Zahlen, Daten & Fakten für die Interessen junger Menschen zu argumentieren. Der Teilhabeatlas für Kinder und Jugendliche bietet dafür gut aufbereitetes Argumentationsmaterial.

06.11.2025

Sachsen ist unterdurchschnittlich „teilhabefreundlich“

Teilhabe beschreibt das Recht und die Möglichkeit junger Menschen, gleichberechtigt und selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der „Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche“ ging der Frage nach, wie die Teilhabemöglichkeiten von jungen Menschen in Deutschland verteilt sind. Untersucht wurden die Dimensionen Wirtschaft, Bildung, Demographie und Infrastruktur mit mehreren Indikatoren. Es wurden statistische Kennzahlen zur Teilhabe in den 400 Kreisen und kreisfreien Städten verglichen und in acht Regionen Gespräche mit Menschen vor Ort geführt. In Sachsen fanden diese Gespräche im Landkreis Görlitz statt. Sachsen erreicht leider weder im städtischen noch im ländlichen Bereich die Einschätzung: „teilhabefreundlich“. Trotz großer Unterschiede sind es am Ende jedoch gleiche Themen, die junge Menschen landesweit in einer alternden Gesellschaft bewegen: 1. Freizeitmöglichkeiten, 2. Selbstbestimmung und 3. Beteiligung.

Am 4.11. diskutierten Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in Dresden die Studienergebnisse und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen. Gesucht sind gute Beispiele, die trotz knapper Kassen funktionieren und junge Menschen nicht sich selbst oder am Ende undemokratischen Kräften überlassen. Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier:

Jugendarbeit ist mehr

Ein Zitat eines*r Jugendlichen aus Görlitz, das sich einprägte: Wir brauchen keine Sozialarbeit, wir brauchen soziale Räume.“ Die Studie zeigt, Jugendliche benennen Themenfelder, die nicht unmittelbar zur klassischen Jugendarbeit gehören, aber von zentraler Bedeutung sind, darunter Mobilitätsangebote, sichere Orte, kostenlose Angebote. Und um genau diese zu sichern, darf und muss Jugend- und Sozialarbeit selbstbewusst agieren: d.h. einerseits junge Menschen zur Mitgestaltung befähigen und andererseits an der Umsetzung der Handlungsempfehlungen mitwirken, u.a. (Frei)Räume organisieren und die Anliegen junger Menschen in der Kommune platzieren. Der Teilhabeatlas liefert dafür Zahlen, Daten und Anregungen.

Kontakt:

Katrin Bressel
Referentin Kinder- und Jugendhilfe
Telefon: 0351/ 828 71 144
Fax: 0351/ 828 71 100

E-Mail: katrin.bressel (at) parisax.de