Insgesamt mehr als eine halbe Million Menschen sind in Deutschland wohnungslos - zu diesem Ergebnis kommt der am 08. Januar 2025 veröffentlichte Bericht der Bundesregierung.
Insgesamt mehr als eine halbe Million Menschen sind in Deutschland wohnungslos - zu diesem Ergebnis kommt der am 08. Januar 2025 veröffentlichte Bericht der Bundesregierung. Damit hat sich die Zahl derWohnungslosen im Vergleich zum letzten Wohnungslosenbericht nahezu verdoppelt. Die meisten von ihnen werden von den Kommunen und der Freien Wohlfahrtspflege untergebracht, etwa ein Fünftel lebt verdeckt wohnungslos bei Freunden und Bekannten oder auf der Straße.
Der Wohnungslosenbericht gibt Auskunft über Umfang und Struktur von Wohnungslosigkeit in Deutschland. Dabei wird zwischen drei Gruppen wohnungsloser Menschen unterschieden: Die größte Gruppe bilden rund 439.500 Personen, die untergebracht wohnungslos sind, d.h. in Einrichtungen der Kommunen und der Wohnungsnotfallhilfe leben. Rund 47.300 Menschen leben auf der auf der Straße oder in Behelfsunterkünften, rund 60.400 Personen sind verdeckt wohnungslos und kommen bei Angehörigen, Freunden oder Bekannten unter. Unter Berücksichtigung von rund 15.600 Doppelerfassungen, leben in Deutschland insgesamt rund 531.600 wohnungslose Menschen.
Dies ist in etwa eine Verdoppelung zu den Berichtszahlen aus 2022, die allerdings teilweise durch eine damalige Untererfassung erklärt werden kann.
Die tatsächliche Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland dürfte allerdings noch höher sein als durch den Wohnungslosenbericht ausgewiesen, da nicht alle Gruppen erfasst werden: nicht als wohnungslos gezählt werden z.B. Frauen in Frauenhäusern oder Menschen in Haftanstalten, auch wenn sie über keinen eigenen Wohnraum mehr verfügen.
Die Bundesregierung hatte am 24. April 2024 den Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit – Gemeinsam für ein Zuhause beschlossen, um die Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Von diesem Ziel ist sie derzeit noch weit entfernt.
Der Paritätische Gesamtverband hat im Dezember 2024 zudem eine aktuelle Studie zum Armutsrisiko Wohnen studie wohnen macht arm veröffentlicht, wonach mehr Menschen als bisher angenommen in Armut leben, wenn auch die Wohnkosten berücksichtigt werden.
Eine Neuausrichtung der Wohnungspolitik mit Maßnahmen wie Stärkung der Prävention vor Wohnungsverlust, bezahlbaren Mieten, Wohnungsbauprogrammen und Förderung des sozialen Wohnungsbaus mit dauerhafter Sozialbindung sowie einem verbesserten Zugang zu Wohnraum ist daher dringend notwendig. Weitere detaillierte Vorschläge zur Abhilfe führt der Paritätische in der o.g. Studie auf.