Der Kita Kompass-Sachsen 2030 ist ein Arbeitsformat des Paritätischen Sachsen zur strategischen Ausrichtung im Bereich Kita im Zeichen sinkender Kinderzahlen. Die Information zu Arbeitsständen sowie erste Erfolge standen im Mittelpunkt der 5. Austauschrunde am 12.06.2026.
Ein Jahr Kita-Kompass – Was ist geschafft?
Auch wenn die Runde der Teilnehmenden diesmal recht klein war, wurde gemeinsam Rückschau gehalten.
Im Juni 2025 gab es die erste Einladung zum Kita-Kompass-Sachsen 2030 für Paritätische Mitgliedsorganisationen. Initiiert wurde das Arbeitsformat in Zusammenarbeit des Paritätischen Sachsen mit dem Bundesverband der Volkssolidaritäten. Anlass waren die anhaltend sinkenden Kinderzahlen. Erstes Ziel war es, die Expertisen des Bereichs Kita zu erhalten, Qualität weiter zu verbessern und unsere Mitgliedsorganisation in herausfordernden Zeiten aktiv zu stärken.
Einiges wurde seither erreicht. Insbesondere die breite Vernetzung hat dazu geführt, dass Akteur*innen auch über den engeren Kitabereich hinaus sensibilisiert wurden und sich für die sächsische Kitainfrastruktur einsetzen. So gaben etwa die sächsischen IHKs eine entsprechende Pressemitteilung heraus, in der u.a. betont wurde: „Für Familien ist die verlässliche Verfügbarkeit wohnortnaher Kinderbetreuung mit hoher pädagogischer Qualität und Betreuungszeiten, die zu den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt passen, häufig eine grundlegende Voraussetzung, um sich langfristig für einen Wohn- und Arbeitsort zu entscheiden. Damit tragen Kitas unmittelbar zur Fachkräftebindung und zur Stabilisierung regionaler Arbeitsmärkte bei.“ (Sächsischen IHKs)
Ein Teilerfolg unserer Vernetzungs- und Lobbyarbeit ist auch, dass im nächsten Doppelhaushalt voraussichtlich ca. 90 Millionen Euro über die Erhöhung des Landeszuschusses-Kita an die sächsischen Kommunen ausgereicht werden sollen. Gut ist, dass das Geld im Haushalt bleibt. Nun gilt es, entsprechende gesetzliche Änderungen im Kitagesetz zu erreichen, damit Kitastandorte erhalten bleiben und weiter in Qualität investiert wird. Hier müssen wir gemeinsam dranbleiben.
Umbau der Kita-Infrastruktur
Angesichts der stark gesunkenen Kinderzahlen ist den Beteiligten klar, dass nicht jeder Standort gerettet werden kann. Der Kita-Kompass Sachsen 2030 setzt deshalb von Beginn an auf innovative Lösungsansätze. Ein Baustein ist die Mehrfachnutzung von Kita-Standorten mit anderen Leistungen. Gerade die Betriebserlaubnis stellt dabei oft eine Hürde dar, weil diese aktuell zu wenig flexibel ist. Hierzu war der Paritätische bereits mit der Betriebserlaubnisbehörde im Gespräch (Fachinfo) und plant nun eine Position gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Landesverband Sachsen. Zu fragen ist: Wie kann es ermöglicht werden, dass Kinderschutz und Flexibilisierung bei der Betriebserlaubniserteilung überein gebracht werden?
Aber auch die Betriebserlaubnis allein ist nur ein Teil, damit Kita-Standorte verkleinert und nachhaltig gehalten werden können. Hierzu sind ebenfalls finanzielle Mittel notwendig.
Bündnisbeteiligung
Um Politik hier weiter in die Verantwortung zu nehmen und gemeinsame Ziele wie Standorterhalt und Qualitätsverbesserung zu erreichen, schloss sich der Verband deshalb dem Bündnis „Kitas retten! an.
Dieses plant am 24.06.2026 eine Kundgebung vor dem Sächsischen Landtag, für eine grundlegende Reform der Kita-Finanzierung. Wohnortnahe Kitaversorgung, Qualitätssicherung und Arbeitsplatzerhalt sind wesentliche Forderungen. Gemeinsam soll darauf hingewirkt werden, finanzrelevante Verbindlichkeiten im Sächsischen Kita-Gesetz zu verankern.
In der Redner*innenliste der Kundgebung sind neben dem Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen Michael Richter, der „Kleine Hände“ e.V. (Elterninitiative) sowie die Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen e.V. aus der Reihe der Mitgliedsorganisationen dabei. Nicole Lawrenz (Referentin Bildung, Paritätischer Sachsen) wird gemeinsam mit Burkhard Naumann von der GEW die Moderation übernehmen.
Die Teilnehmenden des Austauschs vom 12.06.2026 verständigten sich über ihre Aktivitäten, zum Gelingen der Kundgebung beizutragen. Gaben aber auch zu bedenken, dass die zentrale Veranstaltung in Dresden eine Hürde sein kann. Als Vorschlag kam z.B. die hybride Übertragung per Internet.
Dass das Gelingen der Kundgebung ein deutliches Signal Richtung Politik wäre, wurde im Austausch sehr deutlich.
Schließung – Was nun?
Da auch anstehende Schließungen nicht ausgeblendet werden dürfen, bietet der Verband seinen Mitgliedern am 02.07.2026 einen Sonder-Jour-fixe-Kita-Schließungen als Austauschmöglichkeit an.
Die Aktiven des Kita-Kompass-Sachsen 2030 wurden angesprochen ihre Expertise dort verstärkt einzubringen.
Wie geht es weiter?
Die Arbeitsgruppe Kita-Kompass Sachsen 2030 wird das nächste Mal am 03.09.2026, 10-11 Uhr zusammenkommen, um sich zum Thema Bundespolitik auszutauschen und weitere Strategien zu besprechen. Voraussichtlich wird auch dann schon die Position zur Mehrfachnutzung vorgestellt.
Interessierte Mitglieder können sich gern zur Mitwirkung melden.